Frank Turner – Last Minutes and Lost Evenings

von am 3. November 2012 in Compilation

Frank Turner – Last Minutes and Lost Evenings

Sein Auftritt im der Wembley-Arena war die nächste Initialzündung in der ungebremsten Karriere des grundsympathischen Barden aus Meonstoke. Damit sich kein potentieller Neu-Fan von der überbordenden Schaffenskraft des Frank Turner verschreckt fühlt, fasst dieser nun bisherige Highlights aus seinem folkigen Akustik-Punkrock gleich selbst sinnvoll zusammen.

Last Minutes and Lost Evenigs‚ sammelt natürlich nicht alles Essentielle des ehemaligen Million Dead Sängers (kann es allein deswegen nicht, weil ‚Peggy Sang the Blues‘ vom Vorjahresdurchbruchswerk ‚England Keep My Bones‚ fehlt), macht seine Sache als mehr oder minder kompaktes Best-of, von Turner selbst aus Alben und Raritätensammlungen zusammengebastelt, durchaus anständig: keine unnötigen Neusongs, die auf handelsüblichen derartigen Compilations dem Hardcore-Fan das Maul oft substanzlos wässrig zu machen versuchen; keine Demos oder Remix-Ausflüge – sondern 15 Songs lang Hits und Hymnen, große und kleine Weisheiten, immer mit einer Hand am nächsten Bier, der anderen um die Schultern der anwesenden Freunde: Verbrüderung, Bodenständigkeit, Simplizität und Nahbarkeit sind eben nur ein paar der Vorzüge Frank Turner’s, sein Händchen für grundehrliche Ohrwürmer mit den unscheinbaren Wahrheiten („Something as simple as Rock ’n’Roll would save us all“) ist aber das schlagendste Argument für ‚Last Minute and Lost Evenings‚.

Weniger für all jene, die von ‚Sleep is for the Week‚ (2007) bis ‚The Second Three Years‚ (2011) alles von Turner im Regal stehen haben, mutmaßlich also all jene zwölftausend (!) motivierte Kehlen, deren inbrünstiger Einsatz auf der beigepackten, eingangs erwähnten Wembley-Arena Darbietung zu sehen sind. Tatsächlich ist es eine Freude der singwütigen Masse dabei zuzusehen und zu hören, wie sie Turner begeistert aus der Hand frisst und natürlich will man das allein deswegen im Regal stehen haben, zumal auf der DVD andere Sternstunden stattfinden als auf der CD (25 Stück an der Zahl in über 2 Stunden, darunter Schmankerl wie ‚The Times They Are A Changin“ oder eben ‚Peggy Sang the Blues‚). ‚Last Minutes and Lost Evenings‚ löst insofern also bereits jetzt das Problem, ein adäquates Weihnachtsgeschenk für all jenen Freunde auftreiben zu müssen, die sich eine Colin Meloy Platte in kumpelhaft-spartanischer Gaslight Anthem-Manier wünschen würden beziehungsweise die Wartezeit bis zum bereits fertig gestellten, noch namenlosen, aber für 2013 angekündigten fünfte Studioalbum des Frank Turner nicht mehr aushalten können.

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