Hold My Own – Pay No Mind

von am 20. April 2026 in Album

Hold My Own – Pay No Mind

Nach einigen vielversprechenden EPs können die Szene-Veteranen von Hold My Own die an ihr Debütalbum gewachsenen Erwartungshaltungen mit dem grundsolide überdurchschnittlichen Pay No Mind nicht ganz stemmen.

Was weniger daran liegt, dass der grundlegende Ansatz von Gregory Falchetto (Vocals), Anchit Chhabra (Gitarre/Vocals), Kashish Chhabra (Bass) Shane Merrill (Gitarre) und Sergio Mendoza (Drums) nicht der originellste ist.
Immerhin holt die Daze-Gang holt gerade eingangs dennoch verdammt viel aus ihrem generischen Beatdown Hardcore heraus, wenn Deceit 2 einen relativ furiosen Einstieg mit mitgröhlbaren Hooks, dynamisch eilenden Formel-Riffs, motiviertem Solo und agressiven Tempo-Wechseln so zwingend und effektiv von der Leine lässt, und mit viel Energie das risikofrei nach Genre-Standards operierende Songwriting trägt.

Nein, die Crux ist eher, dass Pay No Mind diesen Ansatz in seinem Mittelteil auch aufgrund einer austauschbaren 08/15-Inszenierung im Sound etwas zu sehr vertändelt. Das Quintett kann weitaus aufregender klingen, als auf seinem austauschbar produzierten Einstands-Langspieler – wie beispielsweise Audiotree oder andere Live-Mitschnitte der Truppe packender bewiesen haben. Im Ganzen wurde die Intensität auch auf den EPs einfach konstanter gehalten. Und 21 Minuten bekommen deswegen verschwimmende Längen, mit denen auf Platte nicht zu rechnen war. Weswegen die Vorschussloorbeeren nun auch nicht ganz abgeerntet werden können.

Schon bevor die Band hinten raus mit prominenten Features in den längsten Songs der Platte nochmal die richtigen Impulse setzt (langsamer und heavier groovend tritt Negative Shit mit Fatal Realm erst später aufs Gaspedal; wagt The Onslaught das Agents of Man-Crossover mit cleanem Gesang als optimale Facette; und bietet N.R.D. Sunami weniger tumbe Assi-Action im Moshpit an), zeigen Hold My Own aber zu jeder Sekunde das Charisma, für das man die bereits auf so vielen Spielwiesen ihre Sporen verdient habenden Musiker als Kollektiv mit toller Chemie auf dem Radar gespült bekommen hat – primär verantwortlich dafür bleiben die so herrlich an George Hirsch gemahnenden, melodisch grölend gedehnten Vocals von Frontmann Falchetto.
Ja, das entlässt mit dem Gefühl, dass die eigentlichen Leistungslimits der Achse Illinois und New Jersey weitaus höher liegen, als hier umrissen.

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen