Nation of Language – Tougher Than the Rest
Im Windschatten der 2025er-Schönheit Dance Called Memory covern Nation of Language Bruce Springsteens romantischen Klassiker Tougher Than the Rest vom 1987er Album Tunnel of Love. Eine Steilvorlage!
Der heute gerne mal übersehe Track vom achten Studioalbum des Bosses wird physisch (mit der B-Seite The Conversation) als eine auf 1000 Stück limitierte 7“ Single erscheinen und dürfte angesichts dieser überschaubaren Stückzahl wohl nicht allzu lange auf der (auch nach Wien führenden) Tour der Band erhältlich sein. (Was schade für Fans außerhalb der USA ist – immerhin hat der europäische Sub Pop Store nur den digitalen Download im Angebot, derweil es auch sonst keinen Vertrieb in der alten Welt zu geben scheint.)
Wobei wir mit diesem Stichwort auch einen Bogen zur Entscheidung der Band, den wunderbaren Lovesong überhaupt erst zu covern, spannen können. Ian Richard Devaney erzählt nämlich folgendes: „Like any good New Jersey resident I grew up listening to Springsteen, but this song somehow slipped by me during that formative era. I was really only exposed to it within the last few years, and it’s followed me around since then. I can remember finishing a particularly emotional show somewhere deep in last year’s tour, and our sound engineer Skinny started playing it as our exit music. It caught me so hard that I stayed there, just offstage, and listened to the rest of the song blasting, mixed with the sounds of all of the people milling about the venue.“
Und weiter. „When we ultimately endeavored that we might try doing our own version of the song we luckily had a Yamaha CS-80 at our disposal, the same synth model which featured pretty heavily across the Tunnel of Love sessions back in ’87. Knowing we were working with some of the same textures as the original made it a little less daunting to cover Bruce.”
Man kann diesen Punkt zwar auch dezent differenzierter sehen. Denn wo der Song schon grundsätzlich perfekt zum anachronistischer Ansatz von Nation of Language passt, ergibt sich durch diese Umsetzung eine weniger originelle Deckungsgleichheit mit dem Original.
Doch gereicht diese dem Cover tatsächlich nur bedingt zum Nachteil: Nation of Language pluckern tief in die Ästhetik der 80er, verleihen der bei Springsteen langweilig programmierten Drum Machine durch die Kombination mit flimmernden Synths einen weniger eindimensionalen Rhythmus, schrammen die Gitarre akustischer dazu und wandeln wunderbar in ihrer kontemplativen, euphorisierenden Elegie. Womit das Trio den seltsamen Spagat schafft, sich Tougher Than the Rest zu Eigen zu machen, obwohl ihre Version eigentlich viel zu knapp an der Vorlage bleibt.


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