Saturdays at Your Place – Always Cloudy

von am 2. März 2023 in EP

Saturdays at Your Place – Always Cloudy

Saturdays at Your Place sind Ende des vergangenen Jahres mit der Single Tarot Cards unerwartet in neue Aufmerksamkeits-Sphären gestartet. Nun legen sie mit der EP Always Cloudy entsprechend befriedigend nach.

Rund um das gefinkelte Highlight Tarot Cards, dessen zügiger plingende Strophe so liebenswürdig um ein immanentes Gefühl der Nostalgie und eine unbestimmte Melancholie poltert und twistet, den späteren Verlauf der Komposition zur Mitte hin nahezu vollständig ausbremst und irgendwie quirliger Heartland Rock für Leuten ist, die noch nie etwas von Springsteen gehört haben, aber sich doch zu Best Coast und Pinegrove ans Herz fassen, um die nette Romantik des Refrains zu zelebrieren, pflegt das blutjunge (im Gegensatz zu Something to Celebrate nicht mehr als Quartett firmierende) Trio aus Kalamazoo in Michigan seine niedlichen Befindlichkeiten nämlich grundlegend ebenso gefällig in das zwischen Indie Pop- und Rock-Schraffuren angelegte Emo-Revival einer neuen Generation.
Das versierte Songwriting zeigt dabei gleich variable Ausleger – mal beschwingt optimistisch und mit nettem Twist auf die letzten Meter (Future), dann wieder ein bisschen funky tropikal samt Gemeinschaftgesang angehaucht (Fetch) oder salopp tänzelnd zum Finale schunkelnd (Hospital Bed).

Wirklich über das gehobene Mittelmaß ragt das wenig originäre Always Cloudy aber eigentlich vor allem im letzten Drittel der Platte, wenn sich die Stärken der Band am deutlichsten lichten. Da nimmt It’s Always Cloudy In Kalamazoo einen Smiths-artig beflügelten Jangle samt sich gegenseitig in den Arm liegender Verbundenheit zum in den Nachthimmel hinaus schreiendem „I don’t wanna go home yet!“-Slogan mit und destilliert dabei die nonchalante Plakativität von Saturdays at Your Place: Daher die Musik ohnedies immer insgeheim darauf abzielt dem eigentlich unspektakulären Augenblick etwas legendäres abzugewinnen, und das juvenile Momentum erhebend forciert, kann man ruhig auch mal derart demonstrativ über die Stränge schlagen – es bleibt doch absolut sympathisch und ja, irgendwie herzlich bodenstöndig.
Zumal der Übergang zu Eat Me Alive auch noch derart nahtlos passiert, wo sich der Closer nach kurzem Aufbrausen in eine Nachdenklichkeit legt, seine Zurückhaltung aber mit aber hwelungsreichem Tempo, Dynamik und lebendig gesetzten Impulsen zelebriert. Es könnte also durchaus auch auf lange Sicht etwas dran sein, am (zumindest vorerst?) kleinen Nischen-Hype um Tarot Cards und Always Cloudy, den Esden Stafne, Gabe Wood und Mitch Gulish durchaus verdient haben!

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