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Will Toledo's Car Seat Headrest vollzieht den Sprung zur Major-Professionalität mit Teens of Denial meisterhaft und schüttelt - darauf darf man sich durchaus bereits jetzt festlegen - eines der stärksten Indiealben des Jahres 2016 scheinbar mühelos aus dem Handgelenk. Davor bereitet er seinem Label aber noch 50,000 Dollar an ungewollten Mehrkosten.
Wenn die vorangegangenen 12 Monate etwas bewiesen haben, dann dass ein Jahrgang so gänzlich ohne Messer-Veröffentlichung kein restlos guter ist. Allerdings sind alle Weichen gestellt, diesen Misstand 2016 zu vermeiden: Die besetzungstechnisch runderneuerten Münsteraner (Hendrik Otremba, Milek, Pogo McCartney, Philipp Wulf und Manuel Chittka) befinden sich derzeit im Studio, um den Nachfolger zu Die Unsichtbaren aufzunehmen - schon jetzt praktisch eine der am sehnlichst herbeigesehnten Scheiben der nächsten Monate. Dass Basser Pogo und Sänger Hendrik dabei trotz allem die Zeit gefunden haben, uns wieder einmal ihre Lieblingsalben des auslaufenden Jahres zukommen zu lassen, wissen wir natürlich immens zu schätzen: ein Heavy Pop Adventskalender ohne Messer wäre eben auch absolut kein guter.
"Das Acoustic-Riot-Kraftpaket gehört zu den absoluten Ausnahmetalenten der boomenden Punk-Singer-Songwriter-Szene", will jemand seine Euphorie anhand der an der Höchstwertung kratzenden Review zur 'Where Did Mon and Dad Go So Wrong?'-EP gar nicht erst verbergen. Aber wozu auch? Punkrock mit Akustikklampfe, das geht kaum energischer und furioser, als Migre Le Tigre das seit seinem Solodebüt 2012 mit angenehm schlauen Texten praktiziert. Eventuell liegt es ja an den richtigen Hörgewohnheiten - der zielsichere Geschmack des Mannes aus Bern lässt sich am zweiten Tag des Heavy Pop Adventskalender 2015 jedenfalls nicht abstreiten.
Wer seine Band nach einem der stärksten The National-Songs benennt und dann auch stilistisch keinerlei Bedenken hat sich in das Fahrwasser der Indielieblinge zu begeben, der lädt sich natürlich per se eine schwerwiegende Hypothek aufs Haus. The Slow Show überzeugen mit ihrem lange hinausgezögerten Debüt aus dieser schwierigen Ausgangslage heraus dennoch.
Dass Chris Walla nach knapp 18 Jahren stufenweise den Abschied von Death Cab for Cutie antritt scheint - wenn man innigen Szenen wie beim letzten gemeinsamen Konzert richtig deutet - keinerlei zwischenmenschliches Zerwürfnisse zu Grunde zu liegen. Als Außenstehender mutmaßt man viel eher: Vielleicht hat sich der 39 Jährige Tausendsassa mit dieser Band einfach nur zu langweilen begonnen?
Auf 'Ugly Animals' und 'YPPL' haben Michael Crain und Co. dem Trademark-Grindcore von Szene-Ikone Justin Pearson den Rock beigebracht. Für 'Beneath California' lernen Retox nun noch weitere explosive Tricks.
Für den von Drive losgetretenen Hype mag John Carpenter mit seinem ersten Soloalbum ein wenig zu spät dran sein - der Konkurrenz marschiert er mit zeitloser Klasse dennoch ein Stück weit voraus: Der Horror-Meister zelebriert 49 Minuten 80er-Jahre-Synthiescore mit feinem Oldschool-Feeling.
"Es ist einfach toll, dass die Zukunft der heavy Rockmusik dort stattfindet, wo es eine klare Metal-Ästhetik ohne Gitarren gibt." reflektiert Kayo Dot Mastermind Toby Driver über 'Want', das zweite Studioalbum von Wreck and Reference. Tatsächlich hat das kalifornische Duo Ignat Frege und Felix Skinner darauf ihren absolut eigenständigen Sound perfektioniert, einen so beklemmenden und schizoiden wie beunruhigend anziehenden Malstrom geschaffen, der mit seiner intensiven und abgründigen Atmosphäre eine verstörende Faszination entfaltet. 'Want' ist seiner Zeit dabei vielleicht wirklich voraus - im Hier und Jetzt aber das betörend lauernde Monster in der Finsternis unter dem Bett der Genregrenzen.
„It’s awesome to hear the future of heavy rock music existing in a place that appeals to a metal aesthetic but doesn’t involve guitars“ Kayo Dot mastermind Toby Driver told us, referring to 'Want', the second LP by Wreck and Reference. Indeed the California based duo of Ignat Frege and Felix Skinner succeeded in perfecting their incredibly independent sound, and creating a maelstrom of an album that is as schizoid as it is unsettling, and gives of a fascinating disturbing atmosphere. Maybe 'Want' is a bit ahead of its time, right here and right now it works as the lurking, hautingly beautiful beast in the darkness under the bed of genre boundaries.
Toby Driver already has an idea where the next album will bring his band. Listening to their last album 'Coffins on Io', the most headstrong pop album of 2014, which Kayo Dot used to invent themselves anew, to expand their horizon over to spacestations floating trapped in an 80s timeloop, one hast o think: anything is possible. Until then Mr. Driver tells us which records accompanied him through the year 2014 – and we hope to see him and his band in Europe in 2015.









