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Umbrella Mistress positioniert sich als spätnächtliches Crooner-Album der aktuellen Veröffentlichungsserie irgendwo zwischen dem poppigen Corazones und dem knackiger zu Werke gehenden Rock von Blind Worms, Pious Swine, zieht aber letztendlich wie alle seine Vorgängerwerke sein eigenes Ding durch.
Weil Texas in den 2000ern entlang einiger kaum beachtenswerter Veröffentlichungen vom allgemeinen Radar der Popwelt verschwunden sind, verabreichen sie sich zum 25. Geburtstag die Truth & Soul-Vintage-Behandlung als Frischzellenkur.
"Murder all your memory/Let it suffocate/Reduce" singt Jamie Rhoden im beruhigenden Strom des Openers 'Murder Your Memory', 'New Vision' nennt sich der nebulös bleibende Closer. Genau zwischen diesen durchaus auf Metaebene zu verstehenden Polen spielt sich das dritte Title Fight-Album zur Gänze ab: wer hierzu abermals den Weg in verschwitzte Pit-Ausflüge und ausgelassene Stagediving-Exkursion sucht, der dürfte vor ernsthafte Probleme gestellt werden.
Warum da die im Pressetext die Rede von Justin Timberlake und Techno ist bleibt offen. Fest steht hingegen: Fünf Jungs aus Kiel entführen 5 zappelige Mathrocknummern mit einem zwingendem Händchen für eingängige Indie-Melodien auf die Postpunk-Tanzfläche.
Sechs Jahre nach dem mit seinen Vorzügen hinter dem Berg haltenden 'Let The Dominoes Fall' stellen die Kalifornier unter Beweis, dass sie den unkomplizierten Zug zum Hit immer noch so mühelos aus dem Ärmel schütteln, wie sonst keine andere Band im Punkrock. Was ihnen bei aller Back to the Roots- Leichtigkeit aber etwas abhanden gekommen ist, sind Maß, Ziel und Gewicht.
Großes Punkrockkino, an einem nahezu perfekten Abend kompakt aufgezogen, das wegen der (angenehm) pünktlichen Beginnzeit zwar den Auftritt von The Holy Mess verpassen lässt, darüber hinaus aber die Erkenntnis unterstreicht, dass The Menzingers auch auf der Bühne schlichtweg eine Macht sind.
Als hätten Thou das Jahr 2014 nicht bereits flächendeckend genug mit ihrem misanthropischen Crust-Doom gepfählt, liefert nun ein Duo aus dem Golden State Kalifornien eine erste Demonstration davon, welche Fußnoten im Genre zwischen den Szenegöttern aus Baton Rouge und nahverwandten wie Cough noch möglich sind.
Die Beinahe-Oscar-Preisträgerin entschädigt im Alleingang für die käsigen letzten beiden Yeah Yeah Yeahs-Alben: 15 intim-romantische LoFi-Folk-Songskizzen mit gebrochenem Herzen, die ungefähr dort weitermachen, wo 'KO at Home' ungewollt ans Tageslicht gespült wurde.
Die politisch motivierten Punkrocker Anti Flag werden nach eigenem Ermessen 20, feiern die Feste wie sie fallen und warten deswegen mit ihrer ersten Werkschau (strategisch geschickt ins Sommerloch platzend) auch nicht erst auf die obligatorische Best-of-Saison rund um Weihnachten. Eine runde Sache.
Ein Da capo für die Szene-Senkrechtstarter von 2012: Immer noch weiß man nicht wer unter den bunten Masken steckt, immer noch ist das alleine deswegen vollkommen belanglos, weil Masked Intruder mit ihren flotten Poppunk derart nonchalant in die Gehörgänge surfen, dass am Ende wieder ein knappes Dutzend an astreinen Brechstangen-Hits steht.






![The Menzingers, The Smith Street Band, The Holy Mess [15.10.2014,: Explosiv Graz] The Menzingers, The Smith Street Band, The Holy Mess [15.10.2014,: Explosiv Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2014/10/The-Menzingers-Live-e1413459797762.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)



