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So malträtierend langsam Phantom Winter ihr Amalgam aus Blackened Doom und Post Metal auch so gerne in die Wunde bohren - hinsichtlich ihrer Arbeitsmoral legen die Würzburger ein beachtliches Tempo vor: Allem Anschein nach sammelt sich das Quintett bereits Ideen für den Nachfolger von Sundown Pleasures. Und das, obwohl man sich als Hörer immer noch nicht von dieser garstigen Tour de Force durch nasskalte Ruinen erholt hat. Zu beklemmend, intensiv und unbarmherzig strahlt dieses nihilistische Monstrum auch mit knappe einem halben Jahr Abstand immer noch seine monolithische Dunkelheit aus. Was es abseits dieses tongewordenen Malstroms 2016 zu entdecken gab, erzählen die Jungs von Phantom Winter nun im Heavy Pop Adventskalender.
Nicht wenige Bands wären wohl an den Erfahrungen zerbrochen, die Crippled Black Phoenix in den vergangenen Jahren machen mussten. Aber Justin Greaves? Der zeigt mal eben die Zähne, stürzt sich mit Se Delan und seinen Soundtrackarbeiten nach vorne - zieht vor allem aber bei Crippled Black Phoenix die Zügel mit harter Hand enger und bringt das vielleicht kampflustigste Album seines Progrock-Flagschiffs überhaupt raus: Bronze ist ein dunkler Kraftakt, der all seine Bestandteile - von den monströs arbeitenden Riffs bis zum treibenden Gesang von Daniel Änghede - zu einem kompromisslosen Triumphzug verbindet. Das Bild des aus der Asche steigenden Phoenix hat Greaves' Band dabei wahrscheinlich nie besser gestanden als jetzt, während das insgeheim Motto der Kombo - Rise Up and Fight! - spätestens mit Bronze als Lebenseinstellung destilliert wird.
Nach drei Jahren Funkstille endlich wieder eine Burial-Veröffentlichung aus dem Nichts, fast schon tradionell kurz vor Jahreswechsel - das hat schon einige Male für unerwartete Korrekturen in so machen Bestenlisten gesorgt. Umso ernüchternder fällt das Doppel Young Death / Nightmarket dann allerdings aus - die wohl bisher klar schwächste Songsammlung von William Emmanuel Bevan.
On Hunted, Khemmis can keep all the promises their formidable debut Absolution gave 15 months ago, and let fans of Pallbearer and Crypt Sermon alike lick their tongues: nobody in 2016 managed to bridge the distance of epic traditional doom and grand melodies better than the band from Denver, CO. Thus it comes as no surprise, that the four-piece managed to storm the upper ranks oft he end oft he year charts by Decibel magazine. Hard to tell, to which heights the rapidly evolving Khemmis might rise in the years to come. But it sure will be a pleasure to witness.
Khemmis lösen auf Hunted alle Versprechen ein, die ihr bereits so formidables Debütalbum Absolution vor knapp 15 Monaten gegeben hat und ließen nicht nur Fans von Pallbearer oder Crypt Sermon mit der Zunge schnalzen: Besser als die Band aus Denver, Colorado hat im Jahr 2016 kaum jemand die Distanz von epochal-traditionellem Doom und großen Melodien mit einer derart heftig rockenden Wucht vermessen. Kein Wunder also, dass das Quartett mit seinem Zweitwerk letztendlich gar bis auf die Pole Position der Jahrescharts des Decibel Magazins vorgeprescht ist. In welche Sphären dieser unaufhaltsame Triumphzug angesichts der rasanten Entwicklung von Khemmis noch führen wird – schwer zu sagen. Es wird aber die reinste Freunde werden, diesem Beizuwohnen.
Kein Jahr ohne neuen Kracher aus dem Hause Pearson. Genau genommen addierte der Three One G-Boss 2016 sogar ein besonders erfreuliches Schmankerl zu seiner Discografie: Nach elf Jahren war er plötzlich da, der Nachfolger von Head Wound City aus dem Jahr 2005. Insgeheim hatte man die Hoffnung auf neues Material aus dem The Locust/The Blood Brothers/ Yeah Yeah Yeahs-Lager vielleicht schon aufgegeben – umso erfrischender freilich, dass Justin Pearson und Co. die Erwartungshaltungen nicht nur mühelos stemmen, sondern die Band auf dem offiziellen Debütalbum auch an einige neue Fronten schicken. Und Pearson? Schraubt schon längst wieder an zahlreichen anderen Projekten – etwa dem Debütalbum von Dead Cross oder neuem Material von Planet B...
Das französische Black Metal-Mysterium meldet sich 6 Jahre nach Paracletus (und immerhin 4 nach der Drought-EP) mit The Synarchy of Molten Bones ohne großes Promotion-Brimborium wortwörtlich über Nacht zurück. Und reklamiert dabei in gerade einmal 30 Minuten die Genre-Krone für sich, die 2016 eigentlich bereits an Epigonen wie Plebeian Grandstand vergeben zu sein schien.
Dass Metallica auf der By Request-Tour die Setlist per (SMS-)Voting generieren ließen, scheint nun aufzugehen: Mit Hardwired...to Self-Destruct liefert die Institution ein bedingungslos am Markt und Fanwünschen angepasstes zehntes Studioalbum, dass ungeniert die eigene Discografie recycelt. Und den Kanon der Band trotzdem (oder gerade deshalb) durchaus gelungen fortführt - bevor man sich doch noch in zuviel Leerlauf vertändelt.
Die überwältigende Magie bleibt vielleicht aus, doch der großen Klasse dieser Institution tut das freilich keinen Abbruch: Wilco überzeugen im sehr gut gefüllten Museumsquartier auch auf der Tour zu einem ihrer schwächeren Studioalben anstandslos.
2016 lebt gefühltermaßen wie kein anderes Jahr der jüngeren Vergangenheit von großen Abschiedsalben - nachzuhören etwa bei Touchè Amorè, Nick Cave oder David Bowie. Wie letztgenannter scheint sich auch Leonard Cohen mit seinem vierzehnten Studioalbum einen eigenen Epitaph vorwegschicken zu wollen. Zumindest lässt er gleich im eröffnenden Titelstück You Want it Darker wissen: "I'm ready, my Lord".








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