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Dass Produzent Robin Hannibal aus dem Bandkontext verschwunden ist und Mike Milosh den Laden nun alleine schmeißt, schlägt sich auf den ersten Blick keineswegs auf den Sound von Rhye nieder. Hinter der Oberfläche lässt Blood aber abseits jedweder Eigenständigkeit diesmal doch auch die nötige Substanz im Songwriting vermissen.
In Sachen Dear Tommy lässt Johnny Jewel seine Anhänger weiterhin im Regen stehen - dafür liefert der Chromatics-Boss und Atmosphäre-Meister mit der instrumentalen Synth-Gedankenverlorenheit Digital Rain nun einstweilen jedoch den vielleicht idealen Wartezeit-Soundtrack für das Kopfkino.
Das Trio aus Liverpool mag mittlerweile in alle Teile der Welt zerstreut sein, doch der mittlerweile wieder weniger wavelastige Indiepop der Wombats klingt auch auf Beautiful People Will Ruin Your Life immer noch wie für das brennende England der frühen 2000er maßgeschneidert. Das ist verdammt nett, aber leider ähnlich egal wie seine unmittelbaren Vorgänger.
Kettcar verleihen ihrem starken Comeback rund um Ich vs. Wir live das Tüpfelchen auf dem i: Setlist, Performance und Stimmung lassen beim Graz-GastHeimspiel der Hamburger jedenfalls das Fanherz über den Erwartungen höher schlagen.
Diese Catharsis mag durchaus mutig veranlagt sein, stellt leider aber einen geradezu irritierenden Offenbarungseid dar: Robb Flynn und seine Technik-Virtuosen parken Machine Head hinter einer blutleeren Blockbusterproduktion im beliebigen Metal-Niemandsland, zelebrieren postpubertäre Humorlosigkeit und verlieren sich in einem wirren Sammelsurium aus generisch-altbackenen Klischees.
Der Clou ist natürlich nicht, dass Calexico auch auf ihrem neunten Studioalbum einmal mehr so unverkennbar nach Calexico klingen. Der Clou ist viel mehr, dass sie dies einmal mehr nicht unverrückbar tun, sondern ihren typischen Sound ein weiteres Mal geschickt um minimale Nuancen soweit verlagern, dass ihre zuverlässige Souveränität keine gravierenden Abnutzungserschneinungen zeigt.
Fünf adrett gekleidete Jungs aus Brixton, London sind eigentlich viel zu jung, um das brennende Indie-England der frühen 2000er mitbekommen zu haben - für die Blütezeit des kantig-schroffen Post-Punk sowieso. Dennoch machen sie ihre Songs of Shame als selbstverständlichste Sache der Welt am Schnittpunkt dieser beiden bitischen Siedepunkte scharf.
War Children of the Night rückblickend also doch nur ein (weiteres) Übergangsalbum der ehemaligen Death-Epigonen Tribulation? Auf Down Below setzen die Schweden ihre Wandlung hin zum okkulten Heavy Rock mit latentem Goth-Flair jedenfalls noch einmal deutlich breitenwirksamer fort.
Eventuell unfair, das nur wenige Monate vor dem Release des elften Studioalbums des Animal Collective zu reklamieren - aber drei Jahre nach Panda Bear Meets the Grim Reaper hat Noah Lennox zumindest bis auf weiteres den deutlich längeren Atem als seine Stammband. Notfalls auch auf der Tanzfläche, wie A Day With the Homies mit seinem Panda Beat aufzeigt.
Specter at the Feast war vor fünf Jahren vor allem ein Tribut: An Rovert Levon Beens verstorbenen Vater Robert, aber auch an eine etwas zu routiniert gewordene Zuverlässigkeit und gestiegene Verdaulichkeit des Black Rebel Motorcycle Club. Wrong Creatures setzt nun mehr oder minder ansatzlos bei exakt diesem Punkt an, versucht gewissermaßen jedoch weniger nach hinten, als nach vorne zu blicken.




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