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Laut, lauter, Swans: mit welch erschütternden Intensität Michael Gira und seine Band die Arena zum Beben bringen, ist außerkörperlicher Trip und physische Grenzerfahrung gleichermaßen. Dass Pharmakon davor bereits ein spezielles Irrsinnsspektakel der Extraklasse abzieht, gerät da beinahe in den Hintergrund.
Knappe zwei Stunden lang spinnen The Antlers einen betörenden Kokon um das (als Location für einen derart erhaben strahlenden Indierock eigentlich beinahe zu wenig herausgeputzte) Flex und vertiefen sich regelrecht hypnotisch in ihrer ganz eigenen Welt. Ein getragenes, ganz wunderbares Spektakel.
Großes Punkrockkino, an einem nahezu perfekten Abend kompakt aufgezogen, das wegen der (angenehm) pünktlichen Beginnzeit zwar den Auftritt von The Holy Mess verpassen lässt, darüber hinaus aber die Erkenntnis unterstreicht, dass The Menzingers auch auf der Bühne schlichtweg eine Macht sind.
"Wiederholungen sind besser als du denkst" heißt es in 'Wenn der Wolf schläft müssen alle Schafe ruhen' beinahe rechtfertigend. Dabei ist Sven Regeners absolut wertkonservativ auf den Tugenden seiner Band beharrende Entwicklungsverweigerung erstmals kein heimliches Trumpfass einer Element of Crime-Platte.
In Worte zu fassen, was genau die ekelerregende Anziehungskraft der abgründigen Industrial/Noise-Welt von Margaret Chardiet ausmacht, bleibt auch anhand der zweiten Pharmakon Platte 'Bestial Burden' ein schwieriges Unterfangen. Fest steht , das wohl niemand sonst derzeit der Kunst des absoluten Unwohlseins einen derart ausdrucksstarken Klangkörper aufzwingt.
Unglaublich, aber wahr: ausgerechnet die Drone-Möche von Sunn O))) ringen dem Aventgarde-Querulanten Walker eine nach dem Schreckensgespenst 'Bish Bosch' kaum mehr für möglich gehaltene - nun ja - "Zugänglichkeit" ab.
Oozing Wound schrauben den absurden Sci-Fi-Humor ihrer atemlos riffenden Attacken marginal zurück und justieren ihr wüstes Amalgam aus Thrash-Ausritten und noisig-hetzendem Sludge geringfügig neu. Was aber ebenso wenig an der generellen Gangart der Chicagoer Wüstlinge ändert, wie an ihrem schweißpeitschenden Unterhaltungswert.
Knappe 20 Monate nach dem furios Zweitwerk sprengen Iceage ihren giftigen Postpunk mutwillig in alle Einzelteile und kleben die Scherben über dem verbliebenen Grundgerüst aus Nihilismus und Misanthropie wieder zu einem bestechend ausfransenden Sammelsurium an psychotisch streunenden Songs. Darf man die Phrase vom Erwachsenwerden bemühen?
Jus Osborn und Co. haben natürlich keinen Grund dafür, ihren heavy dahinkriechenden Ursuppen-Trademark-Doom großartig zu überdenken, aber dennoch begriffen, an welchen Stellen sie ihn mit anders gewichteten Zutaten neu anrühren müssen, um die Sackgassenmomente von 'Black Masses' niederzuringen.
Dem Cover nach zu urteilen könnte 'Tyranny' gut und gerne auch von einer Gang aus The Warriors eingespielt worden sein. Nur konsequent, ist The Strokes-Chef Julian Casablancas mit dem wilden Stilamalgam seiner neuen Hintergrundcrew doch irgendwo tatsächlich auf Kollisionskurs und Kriegsfuß mit der relativ versöhnlichen Herangehensweise seiner Stammband.

![Swans, Pharmakon [17.10.2014: Arena, Wien] Swans, Pharmakon [17.10.2014: Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2014/10/Swans-Live-2-e1413643291977.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)
![The Antlers, Marika Hackman [16.10.2014: Flex, Wien] The Antlers, Marika Hackman [16.10.2014: Flex, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2014/10/The-Antlers-Live-1-e1413612193440.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)
![The Menzingers, The Smith Street Band, The Holy Mess [15.10.2014,: Explosiv Graz] The Menzingers, The Smith Street Band, The Holy Mess [15.10.2014,: Explosiv Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2014/10/The-Menzingers-Live-e1413459797762.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)






