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Die Brutalo-Derwische von Harm's Way sind mittlerweile bei Deathwish Inc. angekommen. Das passt wie die Faust aufs Auge - zumal in Chicago ansonsten alles beim Alten geblieben ist.
Es wird wieder elektrisch am Schwarzl: Wieder ist ein Jahr vergangen, wieder pilgert das Festivalvolk in das gleichnamige Freizeitzentrum zum Urban Art Forms Festival. Dieses Jahr hat man sich bemüht, noch mehr zu bieten, bespielt die Main Stage schon am Donnerstag – ohne allzu große Überraschungen im Lineup, aber mit ordentlich Remmidemmi.
Da bekommt sogar der kälteste Zyniker Tränen in den Augenwinkeln: Scott Matthew gibt seiner live so gerne gefrönten Leidenschaft für Fremdkompositionen auf Albumlänge nach und leidet sich in betörender Schönheit durch ein Meer aus berührenden Lieblings-Lovesongs.
The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die haben nicht nur einen ausgefallenen Bandnamen mit atemloser Nebenwirkung, sondern auch eine ebensolche Vorstellung vom emotionalen Indierock der 1990er-Jahre.
Alex Zhang Hungtai hat den Lost Highway verlassen der ihn auf 'Badlands' so erfolgreich auf heimgesuchte Nostalgie-Strände und verlassene Surf-Buchten geführt hat und driftet mit dem Doppelschlag 'Drifters / Love Is The Devil' lieber vollends in sein eigenes Universum ab.
Jesse Lortz fühlt sich auch ohne The Dutchess and the Duke sichtlich wohl einem elegischen Reich aus Rotweingetränkten Folksongs und wunderschön perlenden Americana-Schwermut. Auf dem zweiten Case Studies Album 'This Is Another Life' lässt der Mann aus Seattle deswegen schon mal die Sonne scheinen und das Tanzbein schwingen. Alles mit der nötigen Träne im Knopfloch, versteht sich.
'Kveikur' beginnt mit 'Brennisteinn', dieser himmelschreiend schönen Metal-Walze aus treibenden Schlagzeug und malenden Bassläufen - und endet mit 'Var', einem elegischen Meer aus Pianoklängen und Wehmut. Zwischen eben diesen Polen erfindet sich die isländische Ausnahmeerscheinung Sigur Ròs für ihr siebentes Studioalbum dann auch tatsächlich ein ganzes Stück weit als Rockband neu.
Als ASG das letzte Mal praktisch aus dem Nichts auftauchten, hatte die Skater-Kombo auf ihrem dritten Studioalbum 'Win Us Over' die treffsicherste Verbindung zwischen Torche's Pop-Sludge und dem Heavy Metal von The Sword gefunden.
Matt Berninger sagt über die Songs von 'Trouble Will Find Me' sie seinen "intuitiver und direkter" als jene der bisherigen fünf Studioalben. Wo er mit erstem Punkt durchaus recht haben mag, irrt er sich im zweiten doch weitestgehend: ätherischer, verhaltener und ausformulierter haben sich The National noch nie der Vervollständigung ihres wehmütig-romantischen Wohlklang-Rock angenähert.
Das vierte Studioalbum - das erste nicht in Eigenregie veröffentlichte - von Valerie June wandelt wieder auf der Achse Nashville, Memphis, New Orleans und sollte der 31 jährigen mit der markanten Frisur endlich die verdiente breitere Aufmerksamkeit im Zuneigungsbereich zwischen Blues und Country sichern. Mit- (und um nicht zu schreiben: haupt) verantwortlich dafür: Black Keys-Mann Dan Auerbach.


![Urban Art Forms Festival [04.-06.07.2013 SFZ, Unterpremstätten] Urban Art Forms Festival [04.-06.07.2013 SFZ, Unterpremstätten]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/07/Spring-2013-1.1.jpg?resize=205%2C200&ssl=1)







