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Auf eine breitere Basis gebracht ist der ungemütliche Schmelztiegel-Sound von Algiers keineswegs gezähmt, aber durchaus einladender geworden. Das ändert letztendlich nichts an der Sprengkraft von The Underside of Power, vergrößert aber den Wirkungsradius seiner zwölf vor sozial-politischer Dringlichkeit berstender Songs.
Die erstaunlich lange Plattenpause von vier Jahren hat Portugal. The Man offenbar gut getan. Ihr einst so unberechenbar überschäumender Indie-Rock fühlt sich mit Woodstock im konventionellen Middle of the Road- Pop mit schnittigem Zug auf die Charts schließlich wohler denn je.
Da lassen sich London Grammar erst schier endlos scheinende vier Jahre Zeit, um den Nachfolger zum (rückblickend prophetisch betitelten) Megaseller If You Wait fertigzustellen - und bringen Truth is a Beautiful Thing erst zum womöglich unpassendsten Zeit heraus.
Mutoid Man haben immer noch einen brutalen Spaß daran nackenbrechende Thrash-Ansätze in ihr ganz eigenes Humorverständnis zu übersetzen, gehen dabei allerdings nicht mehr derart bestialisch vor, wie noch auf Bleeder und Helium Head. Dafür hat War Moans allerdings ein paar Überraschungen in der Hinterhand.
At the Drive-In versuchen 17 Jahre nach dem die Band sprengenden Relationship of Command mit in•ter a•li•a das Feuer von einst neu zu entfachen, ignorieren allerdings geflissentlich, dass die Zeit eben nicht stehen bleibt und sich manche Dinge kaum konservieren, und nur bedingt gut aufwärmen lassen. Inwiefern diese Rechnung aufgeht, ist letztendlich jedoch vor allem eine Frage der Relation.
Toby Driver hört nach den retrofuturistisch in die Umlaufbahn geschossenen jüngsten Übungen in Sachen Elektronik und Darkwave seiner Stammband Kayo Dot nun kontemplativ auf sein Innerstes und reflektiert ein melancholisches Gefühlsleben: Madonnawahore entschlackt die Avantgarde des Wahl-New Yorkers und öffnet weite Räume in balladeske Ausläufer des Art Rock.
Pure Comedy beobachtet akribisch, wie sich die Menschheit ihrem Untergang entgegenamüsiert - und ist darüber hinaus der über auslaugende 74 Minuten dauernde, wohltemperiert-elaborierte Moment, in dem Josh Tillman seine Rolle als Abziehbild-Hipster Father John Misty wunderbarerweise endgültig zu Kopfe steigt.
Die auf Philip K. Dicks Roman Das Orakel vom Berge fußende Prämisse der Serie The Man in the High Castle ist im Grunde so faszinierend, wie die Ausführung des Amazon-Serienformates oft frustrierend zu wünschen lässt. Die dazugehörige, im Windschatten der zweiten Staffel unter der Schirmherrschaft von Brian Burton und Sam Cohen veröffentlichte Compilation Resistance Radio: The Man In The High Castle Album macht seine Sache dagegen von vorne bis hinten deutlich stimmiger.
Wohl beinahe ausnahmslos für seine treuesten Anhänger unbedingt relevant: Brüllwürfel Jamey Jasta kompiliert auf The Lost Chapter 9 Songs, die sich seit seinem auch schon wieder sechs Jahre zurückliegenden Solodebüt nebenbei angesammelt haben.
Der Name ist hier Programm: Venenum haben in den knapp sechs Jahren seit ihrer selbstbetitelten EP mit Trance of Death ein Debütalbum heraufbeschworen, das die Grenzen des Death Metal mindestens bis ins psychedelische Jam-Delirium ausbreitet.










