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Zu Beginn der eröffnenden Widmung For You kommen dem nachdenklich sinnierenden Bert McCracken theatralisch die Tränen. Danach entfaltet sich die Traueraufabeitung The Canyon als bisher ambitioniertestes Album von The Used zwar weniger demonstrativ pathetisch, erschöpft letztens Endes aber mit einer adäquat unnötig ermüdenden Ausführlichkeit.
Seit dem Ende des grandiosen Grind-Geheimtipps Clinging to the Trees of a Forest Fire bleibt Ethan McCarthy seinem misanthropischen Weltenhass mit Primitive Man nahtlos treu, zieht seinen Nihilismus jedoch weiterhin am anderen Ende im Spektrum der Extreme auf: Caustic beginnt, wo (Funeral) Doom und Sludge sich über die Ästhetik des Blackened Crust stülpen; wo bitterböse Heavyness zum einschüchternden Understatement wird.
Das Farbenprägung hat sich geändert, abseits davon macht die arrivierte Supergroup Scour mit Red allerdings beinahe exakt dort weiter, wo sie vergangenes Jahr mit Grey vorstellig wurde: An der enorm kurzweilig unterhaltsamen Schnittstelle zwischen eklektischem Black Metal und stringenten Grindcore-Derwischen.
Fünf lange Jahre nach der nabelschauenden 2012er-Gewalttat All We Love We Leave Behind (sowie einer einstweilen einhergehenden Discografie-Renovierung) lässt The Dusk in Us offen, ob das neunte Studioalbum von Converge eventuell gar der Eintritt in das Spätwerk der Metal-/Hardcore-Institution geworden ist.
Pathetische Erlösergesten, erhebende Gänsehautmomente, ausbrechende Punk-Katharsis, emotionaler Schönklang und schlussendlich ein magisches Bad in der Menge: Nick Cave und seine Bad Seeds zelebrieren Allerheiligen in der Wiener Stadthalle.
"And we're never gonna stop/ Shitting out solid gold". Stimmt so halbwegs - Pinewood Smile ist immerhin das nächste überdurchschnittlich souveräne The Darkness-Album zwischen Heavy-, Classic, Spandex- und Glamrock.
Wanda sind schlau genug, die bisher gefahrene Schiene ein wenig zu verlagern: Eine bittersüße Nostalgie unterwandert (und ersetzt gewissermaßen sogar) das Abonnement für patentiert süffig mitgröhlbare Nihilismus-Hymnen, wodurch die Wiener auf Niente luftiger, unverbindlicher und nüchterner als bisher klingen. Sehr fein so!
Im zurückliegenden halben Jahrzehnt waren Converge primär mit einer gewissen Vergangenheitsaufarbeitung beschäftigt: Neben Vinyl-Neuauflagen des Backkatalogs lag der Fokus der unermüdlich tourenden Band aus Massachusetts etwa auf der Veröffentlichung von You Fail Me (Redux), dem Abschluss des schier endlos in der Pipeline geköchelt habenden Tour-Monuments A Thousand Miles Between Us, sowie der Jane Doe-Live-Rekapitulation Jane Live.
Nach seinem 2016 getätigten Besuch bei Massive Attack hat Tricky sich nun auch nach knapp zwanzig Jahren wieder mit seiner einstigen Muse Martina Topley-Bird im Studio ausgesöhnt. Wo man Adrian Thaws insofern nur zu leicht auf einem mit der Vergangenheit Frieden schließenden Nostalgie-Trip wähnen könnte, verliert Ununiform jedoch eher frustrierend unentschlossen seine Orientierung inmitten der sich aktuell auftuenden Perspektiven.
Dass die Entwicklung vom selbstbetitelten Debüt hin zu Album Nummer II auf Kosten der Substanz im Songwriting der kanadischen Noiserocker ging, scheint Metz nicht zuletzt dank der Hilfe des alten Genre-Fuchses Steve Albini aufgegangen zu sein.





![Nick Cave and the Bad Seeds [01.11.2017: Stadthalle, Wien] Nick Cave and the Bad Seeds [01.11.2017: Stadthalle, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2017/11/Nick-Cave-Live-2-e1509641652586.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)




