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Pure Comedy beobachtet akribisch, wie sich die Menschheit ihrem Untergang entgegenamüsiert - und ist darüber hinaus der über auslaugende 74 Minuten dauernde, wohltemperiert-elaborierte Moment, in dem Josh Tillman seine Rolle als Abziehbild-Hipster Father John Misty wunderbarerweise endgültig zu Kopfe steigt.
Spoon bleiben mit Hot Thoughts in gewisser Hinsicht die Zuverlässigkeit in Bandform, überrascht dann aber doch ansatzlos: Im 24. Jahr ihres Bestehens jongliert die Indie-Institution plötzlich so erfrischend wie selbstverständlich mit Funk-, Disco- und Synthiepop-Überbauten und macht Album Nummer 9 zum bisher sexiesten der Texaner.
Dass seit dem Vorgänger auch schon sage und schreibe elf Jahre vergangen sind, hört man Last Place kaum an: Jason Lytle und seine Mannen machen schließlich beinahe anstandslos dort weiter, wo sie mit Just Like the Fambly Cat 2006 aufgehört haben.
Knappe drei Jahre nach der EP-Debüt und einer Feinjustierung im Klangbild später legen King Woman um Frontfrau und Bandkopf Kristina Esfandiari endlich ihr Debütalbum vor. Gutes Timing, nachdem unlängst Eight Bells, Worm Ouroboros oder SubRosa mit ihren jüngsten Alben bereits für eine kleine Renaissance des weiblich geprägten Dooms sorgten.
Hinter dem schicken Retro-Cover füllt Wild Cat - wertkonservativ wie eh und je - den Trademark-Pool der zuverlässig abliefernden Danko Jones-Discografie wieder mitreißender und hittauglicher auf, als der grundsolide daherkommende Vorgänger Fire Music.
Zeal & Ardor alias Manuel Gagneux findet seinen Zugang zum Black Metal über eine durchaus interessante Prämisse: Was, wenn die schwarzen Sklaven in den USA nicht im Christentum, sondern im Satanismus Hoffnung gesucht hätten? Devil Is Fine liefert darauf eine durchaus spannende, aber noch unter zahlreichen Kinderkrankheiten leidende Antwort.
Wer die Schönheit von The Antlers bereits am Maximum der dezent schwelgenden Subtilität verortet hat, wird vom so vergänglich schwebenden Impermanence nun tatsächlich eines Besseren belehrt: Zauberstimme Peter Silberman hat mit seinem ersten Soloalbum ein minimalistisches Stück Indie-Reduktion im Geiste Jeff Buckleys aufgenommen.
Die so unheimlich versierte Backingband vom Konzept-Ungustl Emotional Mugger hat Ty Segall für sein nicht ohne Grund zweites selbstbetiteltes Album behalten, die überdimensionierten Masken und der demonstrativ kaputte Wahnsinn sind jedoch abgelehnt: Der ruhelose Vintage-Meister legt eines seiner persönlichsten Alben bisher vor.
Tim Darcy posiert auf dem Cover von Saturdy Night ernst, manierlich und gegenwärtig vor aufgeräumt-stilisierter Umgebung. Eine gefinkelte Begrüßung, beobachtet der Ought-Frontmann doch dabei eigentlich vor allem, wie sein erstes Soloalbums mit Fortdauer immer weiter ausfranst und sich völlig ungezwungen in der vagen Orientierungslosigkeit auslebt.
"This record is like my version of new age music. It’s supposed to be inspiring.” erklärt Dylan Baldi und verortet gar einen gewissen Optimismus hinter Life Without Sound. Tatsächlich bedeutet dies allerdings auch, dass Cloud Nothings erstmals in ihrer Geschichte mit angezogener Handbremse agieren. Nach anfänglicher Ernüchterung zeigt sich jedoch, dass dies gar nicht unbedingt eine schlechte Sache sein muss.










