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“I understand that I come off like a deep motherfucker, but a lot of times depth is in simplistic things.” sagt Vince Staples. Big Fish Theory ist konsequenterweise vielleicht so etwas wie seine Partyplatte geworden, setzt die Daumenschrauben in den ungemütlichen Ecken des Clubs allerdings abermals malträtierend an.
Auf eine breitere Basis gebracht ist der ungemütliche Schmelztiegel-Sound von Algiers keineswegs gezähmt, aber durchaus einladender geworden. Das ändert letztendlich nichts an der Sprengkraft von The Underside of Power, vergrößert aber den Wirkungsradius seiner zwölf vor sozial-politischer Dringlichkeit berstender Songs.
Dieser Trouble Maker ist kein Unruhestifter, sondern eine wohl endgültige Deklaration: Man muss sich zwar damit abfinden, dass die Street Punk-Veteranen Rancid ihre Blütezeit mit dem überragenden Indestructible vor knapp 14 Jahren abgeschlossen haben und seitdem einen so überdurchschnittlich soliden, wie rundum vitalen Fandienst am eigenen Vermächtnis liefern.
Lorde hat sich mit dem Nachfolger zu ihrem durch die Decke gehenden Debüt Pure Heroine Zeit gelassen und Hilfestellungen angenommen. Kluge Entscheidungen, um Melodrama an der Schnittstelle zwischen Moderne und Zeitlosigkeit reichhaltig wachsen zu lassen: Besser muss konsenstauglicher Mainstream-Pop im Jahr 2017 jedenfalls erst einmal werden.
Die erstaunlich lange Plattenpause von vier Jahren hat Portugal. The Man offenbar gut getan. Ihr einst so unberechenbar überschäumender Indie-Rock fühlt sich mit Woodstock im konventionellen Middle of the Road- Pop mit schnittigem Zug auf die Charts schließlich wohler denn je.
Da lassen sich London Grammar erst schier endlos scheinende vier Jahre Zeit, um den Nachfolger zum (rückblickend prophetisch betitelten) Megaseller If You Wait fertigzustellen - und bringen Truth is a Beautiful Thing erst zum womöglich unpassendsten Zeit heraus.
Während etwa Meat Wave mit The Incessant bereits furios vorgelegt haben und Metz ihr Drittwerk in die Startlöcher bringen, ist das theoretisch hart umkämpfte Rennen um die Noiserock-Krone 2017 praktisch eigentlich bereits entschieden: Einen fieseren Brocken als das Wollmilchsau-Debüt von Melt Downer wird das gegen den Strich randalierende Genre schließlich so bald nicht auskotzen.
Die Kooks mögen jahreszeitentechnisch den nahezu idealen Zeitpunkt gewählt haben, um ihr (optimistisch bloß als vorläufige Zusammenfassung deklariertes) Best of aufzufahren, können jedoch auch mit den Vorzügen eines sonnigen Sommers im Rücken kaum kaschieren, das ihnen nach ihrem Debüt nur noch wenig nachhaltig Relevantes gelungen ist.
Jeff Tweedy setzt die akustisch zurückgenommene Gangart der unaufgeregten Schönheit Schmilco fünfzehn Jahre nach Chelsea Walls auf seinem tatsächlich ersten richtigen Studio-Soloalbum Together at Last konsequent fort und wandelt mit sparsamer Instrumentarium durch den Wilco-Backkatalog - inklusive einzelner Besuche bei Loose Fur und Golden Smog.
Phoenix lassen den unbedingten Willen zum Hit auf Ti Amo ein wenig zurück, um stattdessen in einem dekadenten Disco-Italo-Ambiente zu flanieren: Eine so ernüchternde wie souverän die Batterien aufladende Komfortzonen-Verlagerung.










