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Der Exil-Londoner Christopher Taylor bastelt unter dem Projektnamen SOHN wunderbar filigranen R&B-Pop voller Melancholie und Soul auf seinem Laptop und positioniert seine Wahlheimat Wien damit mutmaßlich aus dem Nichts heraus auf der Landkarte emotionaler Elektronikmusik von internationaler Klasse.
Dornenkronen, Klagemauern und auszutreibende Teufel – das neueste Werk von Joan As Police Woman spart nicht an Dramatik und gibt sich doch ganz laid back. Ein Spagat, der nicht immer einwandfrei funktioniert, am Ende aber mehr als eine Rotation wert ist.
Woran man während 'Reverie Lagoon: Music For Escapism Only' denken muss: vor 12 Jahren warfen The Promise Ring mit 'Wood/Water' nach 3 Alben ihren bisherigen Status Quo über Bord um sich neu zu erfinden. Mag der direkte Vergleich zwischen diesen beiden Platten nun auch hinken - weil der jeweilige Start- und Endpunkt ein vollends anderer ist - gibt es doch zumindest zwei gravierende Parallele: da wie dort haben die beiden Bands sich mit ihren jeweiligen Alben nicht nur weiterentwickelt, sondern vor allem auch zu einer inneren Ruhe gefunden.
Mit dem Titel ihres neuen Albums 'Singles' lassen die Future Islands uns mal scharf nachdenken, sind die Songs allesamt singlefähig oder ist die Lebenssituation "Single" ein Namensgeber? Klar ist, dass ihnen wieder ein schönes Album gelungen ist.
Dass es William Doyle mit seiner Band Doyle & The Fourfathers im Indierock zu eng wurde glaubt man nach dem zwischen den Stühlen sitzenden 'Total Strife Forever' nur zu bereitwillig: mit East India Youth wagt der Engländer den am Zeitgeist orientierten Neuanfang und tobt sich am Laptop auf einem Spielplatz der elektronischen Genres aus.
Im abschließenden 'Objects in Space' reiht Jordan Dreyer allerlei Gegenstände vor sich auf und spinnt um diese seine Gedanken in kleinen Geschichten. Ganz ähnlich verhält es sich generell mit Rooms of the House, dem dritten Studioalbum von La Dispute, das einen stringenten Spannungsbogen gegen 11 fragmentarisch aneinandergereihte Einzelsongs, und ausladende Epen gegen kohärent feingeschliffene Betrachtungen auf dem Seziertisch tauscht.
Schmeichelweicher Schmuse-Synthiepop auf Autopilot geschalten: Jean-Benoit Dunckel von Air und der isländische Komponist Barði Jóhannsson (u.a. Bang Gang, Lady & Bird) deuten im sparsamen Kurzformat an, was diesem Duo noch möglich sein wird.
Mehr Pop, mehr Rock, mehr Musiker: auch wenn der Name Ragan so alleine wie maßgeblich am Cover von 'Till Midnight' prangert - mehr Bandplatte war noch kein Soloalbum des Hot Water Music-Sängers.
Nach dem vergleichsweise regelrecht glückseligen, vielerorts absolut zu Unrecht verschmähten Blick zurück bis in die Kindheit auf dem großartigen 'Build a Rocket Boys!' richten Guy Garvey und Co. den Blick nun in die Zukunft: obwohl ihnen nach England nun endlich die ganze Welt zu Füßen liegt kein Grund für überbordende Euphorie im Hause Elbow.
Gegen die Alben des Songwriters aus LA klingen die Platten von Amy Winehouse und der Black Keys wie futuristische Digitalproduktionen: Nick Waterhouse musiziert weiterhin in der Übergangsphase zwischen den 1950er und den 1960ern.










