Tom Petty and the Heartbreakers – Hypnotic Eye

von am 30. Juli 2014 in Album

Tom Petty and the Heartbreakers – Hypnotic Eye

Gegen Tom Petty kann man ja fast nichts sagen oder haben: Das Debüt liegt 40 Jahre zurück, seitdem wurden 60 Millionen Alben verkauft, durchwegs ausgezeichnete Konzertkritiken eingeheimst – nur wenige schaffen es, sich so konstant (gut) im Business zu bewähren. Nach vier Jahren Wartezeit stellt auch das 13. Studioalbum ‚Hypnotic Eye‚ diesbezüglich keine Ausnahme Regel dar.

Wie bereits in vorangegangenen Interviews angekündigt, besann man sich auf die eigenen Wurzeln, wobei schließlich Sixties-(Hard-)Rock vom Feinsten herauskam. Der für seine musikalische Hybris, die man kaum in Einzelteile zerlegen kann, bekannte Tom Petty bringt somit nicht nur die 60’s, sondern auch die Erinnerung an die Alben der New-Wave-Ära zurück.
Der Aufnahmeprozess brauchte seine Zeit. Seit 2011 arbeiteten Tom Petty and the Heartbreakers an dem neuen Werk, für das die Blues-Note des Vorgängers ‚Mojo‚ erst abgeschüttelt werden musste. So ist das Album am Ende wirklich rockiger (‚Shadow People‚) ausgefallen, hat aber durchaus seine bluesigen Momente beibehalten (‚Power Drunk‚ oder der ruhige Stehblues ‚Full Grown Boy‚), die ‚Hypnotic Eye‚ zu einem typischen Petty-Album werden ließen.

Er hat einen Sound getroffen, der klassisch, aber nicht altbacken rüberkommt. Fans, genauso wie Neulinge werden von dem Können der Band überzeugt und bekommen trotzdem neue Seiten offenbart. Diese zeigen sich bereits beim Opener ‚American Dream Plan B‚: nie klang Tom Petty so hart, so cool. Die Stimme noch ein wenig raunziger, rotziger als sonst, unterlegt mit der Fuzz-Gitarre, rüttelt einen dieser Song gleich zu Beginn wach. Besonders mitreißend geht es auch mit der nächsten Nummer ‚Fault Lines‚ weiter, die weder an starken Chords, noch am „Wah-wah“-Effekt spart. Aber nicht nur die harten, schnellen, rockigen Seiten sind bemerkenswert, vor allem die ruhigen Lieder bleiben im Gedächtnis. So hinterlässt ‚Full Grown Boy‚ ein Blues-Jazz-Feeling und auch das ruhige, nachdenkliche ‚Sins of My Youth‚ kann es einem antun. Orgel- und gitarrenlastig geht es bei ‚U get me high‚, einem starken Mid-Tempo-Rock, weiter und auch der Boogie-Blues-Shuffle von ‚Burnt Out Town‚, untermalt mit Bluesharp und Hony-Tonk-Piano, unterhält ZZ Top-artig bestens. Ein weiteres Highlight findet sich ganz am Ende von ‚Hypnotic Eye‚: das sechseinhalbminütige ‚Shadow People‚.

Bis dato hat Tom Petty immer gute, bis sehr gute Alben abgeliefert, ist für zahlreiche Hits verantwortlich und hat sich definitiv seinen Platz im Rockolymp verdient. So stark und abwechslungsreich, genauso wie trotzdem klassisch Tom Petty ‚Hypnotic Eye‚ klingt – ja, es hat wirklich alles, nur keine Hits. Auch wenn Nummern wie ‚Red River‚ und ‚U get me high‚ schon eine gewisse Hitqualität haben, wird man bei Konzerten der folgenden Tour wohl doch eher die Klassiker mitgröhlen. Schlussendlich sollte man aber weniger mäkeln und sich lieber über ein erwachsenes, durchwegs solides, neues Rockalbum freuen.

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