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Matt Berninger sagt über die Songs von 'Trouble Will Find Me' sie seinen "intuitiver und direkter" als jene der bisherigen fünf Studioalben. Wo er mit erstem Punkt durchaus recht haben mag, irrt er sich im zweiten doch weitestgehend: ätherischer, verhaltener und ausformulierter haben sich The National noch nie der Vervollständigung ihres wehmütig-romantischen Wohlklang-Rock angenähert.
Man hört 'Modern Vampires of the City' die Kraftanstrengung gegen das Vermächtnis des prägenden 2008er Debütalbums anspielen zu wollen deutlich stärker an als dem 3 Jahre alten Vorgänger 'Contra'. Unter der zerrissenen Fassade eines zusammengewürfelten Patchwork-Albums steht dabei trotzdemverrückter und unheimlich smarter Indiepop, der zwischen Vergangenheitsbewältigung und Aufbruchsstimmung niemandem wehtun wird.
Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Refused-Reunion alles andere als eine seelenlose Gelddruckmaschine geworden. Das Thema Vergangenheitsbewältigung wird jedoch nicht vorschnell zu den Akten gelegt: Dennis Lyxzén verschafft sich auch ohne dem ausgestiegenen David Sandström mit einigen Kumpels aus Umeå auf dem zweiten AC4-Album in jenen Hardcore-Gefilden Luft, für die er nach 'Songs to Fan the Flames of Discontent' derart unkompliziert aufdrehend sonst nur noch auf 'AC4' von 2009 Muse fand.
Das in Berlin (oder doch mal wieder in der Schweiz) angesiedelte mutinationale Kollektiv um Mastermind Robin Staps festigt seine Position an der Speerspitze des Post-Metal mit 'Pelagial' eindrucksvoll. Obwohl Genre-Spezifizierungen für The Ocean spätestens mit dem sechsten Album der Band, ihrem bisher stärksten Gesamtkunstwerk, obsolet geworden sind.
Iggy und seine Stooges mögen aus künstlerischer Sicht längstens nicht mehr relevant oder gar innovativ sein - "Ready to die" sind der Mann mit der Lederhaut und seine Truppe aber alleine deswegen noch lange nicht, weil das lahmende Comebackalbum 'The Weirdness' von 2007 korrigiert werden will.
Justin Vernon hat vorerst genug davon mit Bon Iver als Galionsfigur des Folk herzuhalten - und bei dieser Gelegenheit den Bluesrock. Der zwangslose Spielspaß den Vernon mit seinen zwei Kumpels als The Shouting Matches dabei so authentisch versprüht übertaucht dann auch gekonnt etwaige Luftigkeiten im Songwriting.
Zwei mal eine Partie junge Doomprinzen aus Richmond, Virginia, beide seit neuestem Labelkollegen. Liegt nahe, da zum Windhand-Einstand bei Relapse eine Splitplatte zu veröffentlichen – bei den ausladenden Songlängen die Cough und Windhand da vorlegen, wäre es etwas untertrieben von einer EP zu sprechen. Schwierig sich bei der Beschreibung von 'Reflection of the Negative' nicht in abgestandenen Doom-Rezi Klischees zu verlieren.
Dreieinhalb Jahre nach 'Embryonic' finden die Flaming Lips zurück zum Albumformat, nicht aber zum Song: 'The Terror' ist ein sphärischer Mediations-Trip entlang der dunklen Abgründe des so fehleranfälligen zwischenmenschlichen Konstrukts der Liebe geworden. "Love is always something / Something you should fear / When you really listen / Fear is all you hear" sinniert ein hoffnungsloser Wayne Coyne.
Die Grazer VIECH versprühen bei der Releaseparty ihres selbstbetitelten Debutalbums im von Indiepartment gut ausgewählten Bang Bang Club ebenso wie die niederösterreichischen Rika einiges an Spielfreude. Prägnant wurde vermittelt was 'VIECH' so toll macht wie es nun mal ist, inklusive unfreiwillig untypischer Überraschung am Ende.
Die schwedischen Elektro-Visionäre The Knife schließen nach mehr oder minder 7 Jahren Abwesenheit weitestgehend mit der eigenen Vergangenheit ab, liefern darüber hinaus jedoch gleich einen Ausblick, wie die Zukunft des Genres eventuell klingen könnte. Im Hier und Jetzt hinterlässt dies so begeistert wie ratlos.









![VIECH, Rika [05.04.2013 The Bang Bang Club, Graz] VIECH, Rika [05.04.2013 The Bang Bang Club, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/04/Viech-Live-2.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)
