Trish – Dead Herrings

von am 11. September 2022 in Album

Trish – Dead Herrings

Trish ist das neue im Drone, Harsh Noise und Ambient verankerte Projekt von Quiet Commotion-Jungspund Daniel Katz, der sagt: „Dead Herrings is mainly inspired by Belong and Yellow Swans, two of my favorite ambient artists.

In seinem Rahmen bleibt das neue Interessen des Schweden verfolgende Debütalbum mit einer unterschiedlichen Wirkung zwar auf eine eklektische Artikulation abonniert, die sich wenig originär an kompetenten, aber auch relativ unindividuellen Eigenschaften versucht.
In Red Grasshoppers, Kill Me (das wie ein staubiger, maschineller  Bienenschwarm trostlos-destruktiv durch eine abstrakte Apokalypse oszilliert, die Ahnung einer minimalistischen Melodie immer weiter in die kasteiende Feedback-Kakophonie oszilliert, und auf die letzten Meter als Lohn die dystopische Weite eines unerschöpflichen Panoramas auftun könnte, letztendlich aber zu eindimensional und klanglich wie inszenatorisch limitiert bleibt) erscheint das nämlich noch wie eine unentschlossene, hinter den Möglichkeiten zurückbleibende Selbstfindungsphase, während Back Like Stars (eine langsam kriechende Trance, deren meditative Repetition und somnambul fließende, sparsame Melodiefolg aus dem Nebelfeld schimmert) schon viel eher so selbstsicher in seiner unaufgeregten Souveränität ist, dass sich eine gewisse Gefälligkeit eingeschlichen hat.

Das ist sowohl im einen, wie auch im anderen Fall absolut nicht schlecht, sondern stimmungsvoll und atmosphärisch – aber eben auch nichts, was man anderswo nicht schon noch fesselnder, mit Haut und Haaren verschlingend erfahren könnte.
Doch der Mittelteil von Dead Herrings zeigt dann ziemlich schlüssig, wo – und vor allem: welche Größen, welche Klasse! – der Weg für Trish hinführen könnte. Das malerische How To Never Come Out geht ergiebiger in seinen melodischen Tendenzen auf, ist sehnsüchtig, elegisch und sphärisch, gewinnt durch die Hinzunahme an entrückten Gesang-Ahnungen an Konturen und entwickelt sich beinahe zu einer Shoegaze-Feedback-Ballade. Ähnlich anziehend mäandert The Burden We’re Left With durch seine halluzinogene Trance, bevor das ruhige Storm Warning sich sanft streichelnd in den rumorenden Wellengang der Suspiria-Kontemplation legt, mit psychedelischen Nuancen in Zeitlupe schraffiert, sich in die mystisch Decke des warmen Anachronismus legt, aus der Vergangenheit mit hypnotischen Überblendungen schimmert, und das Titelstück sich als delirantes Intermezzo im fiebrigen Sedativum begnügt.

In seinen besten Momenten funktioniert Dead Herrings dabei wunderbar körperlos und imaginativ, hätte an sich wohl auch fast eine Aufwertung zwischen den Punkten verdient gehabt – der latente Mangel an Reizen, den versammelten 37 Minuten den Vorzug gegenüber ähnlich veranlagten Platten zu geben, verwehrt dieses Wohlwollen dann aber doch….ohne aber etwas daran zu ändern, dass die nächsten Schritte von Trish vielleicht sogar mit noch mehr Spannung erwartet werden, als jene von Quiet Commotion: ein vielversprechender Einstand!

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