Two Door Cinema Club – Beacon

von am 11. September 2012 in Album

Two Door Cinema Club – Beacon

Zwei Jahre nach ‚Tourist History‚ für viele wahrscheinlich nur interessant: können die Iren die imposante Singleschau ihres Debüts wiederholen oder verlieren sie sich wie so viele Kollegen als Eintagsfliegen in der  Indiepoprock-Bedeutungslosigkeit?

Beacon‚ beantwortet die Frage beinahe erwartungsgemäß mit zweiterer Möglichkeit, stellt sich dabei allerdings keineswegs so unsympathisch oder unbeholfen an, dass das Ergebnis ausschließlich negativ wäre. Two Door Cinema Club haben sich wieder nette und reichlich eingängige Melodien einfallen lassen, konnten diese aber nicht zu jenen bedingungslosen Hits formen, die man von ihnen gewohnt ist, weswegen die drei Burschen einfach nach dem Einmaleins des Indierock vorgingen sind und so Genrekost mittels dem „Malen-nach-Zahlen„- Prinzip abliefern. Die Gitarren schneiden brav, der Beat pflastert zackig aber freundlich den Weg, Aggressivität ist Two Door Cinema Club fremd, Tempo und Hooks aber immer drin:  tanzbar muss es sein, tanzbar ist es dann auch an alle nicht vorhandenen Ecken und Enden.

Dass der Sound von Produzent und Großkaliber Jacknife Lee entsprechend weiter in die Künstlichkeit gezogen wurde schadet nicht weiter, die harmlos angedeuteten Elektro-Spielereien hier und da dürfen als Zugeständnis an Kitsuné gewertet werden und fallen allein deswegen nicht ins Gewicht, weil sie nie stören, als Alibi-Aktion allerdings auch keine Auswirkung auf die Songs haben. Nach diesem Muster plätschert ‚Beacon‚ als leidlich spannendere Version von ‚Tourist History‚ über den Äther, sorgt für unspektakulär zumutbare und gefällige Genrekost. Dass ‚Wake Up‚ eine Zeitlang versucht Fleet Foxes im Discomodus zu sein ist da ebenso nett und letztendlich vorhersehbar wie die sommerlich pumpenden Casino-Bläser in ‚Sun‚ oder die streichergestützte Melodramatik in ‚The World Is Watching (With Valentina)‚. ‚Someday‚ hätten die Wombats auch auf ihr erstes Album packen können, ‚Sleep Alone‚ als souveränen Vertreter auf ihr zweites – also doch irgendwo Hits, aber alles halb so wild. Ob ‚Beacon‚ ab dem Halbzeitpfiff nicht ohnedies besser, weil schmissiger wird, oder sich die Standarts nur gesenkt haben, spielt letztendlich ohnedies keine Rolle. Die meiste Zeit über (vgl.: ‚Next Year‚, ‚Pyramid‚ oder ‚Spring‚ oder einen beliebigen anderen Song) will ‚Beacon‚ unterbewusst mit seinen quirlig springen Gitarren dann ohnedies scheinbar nur beweisen, wie markant und stilprägend der Sound der Foals schon jetzt auf Mitbewerber abgefärbt hat.

Beacon‚ beantwortet Eingangs gestellte Frage nach einigen Durchgängen so eventuell doch weniger klar als man anfangs meinen würde. Natürlich verabschieden sich Two Door Cinema Club mit ihrem Zweitwerk künstlerisch in die weitestgehende Bedeutungslosigkeit, tun dies aber gutgelaunt und melodiös ansteckend, unterhalten dabei immer noch: nur, weil das Trio nun kleinere Kaliber verwendet, hat man nicht sein ganzes Pulver verschossen. Und wahrscheinlich ist ‚Beacon‚ in gewisser Weise vielleicht ohnedies die beste Art von Album, das Two Door Cinema Club passieren konnte: wird beim dritten Anlauf doch kaum mehr jemand derart vehement auf das Vorhandensein von jahresüberdauernden Hits abseits konventionell unspektakulärer Indiepopkost verlangen. Und Two Door Cinema Club wieder kurzweilige Ohrwürmer für die sommerlichen Tage der Saison vorlegen.

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