Various Artists – Oh. What. Fun.

von am 25. Dezember 2025 in Soundtrack

Various Artists – Oh. What. Fun.

Mit (semi)großen Namen gespickt ist Michael Showalter’s Oh. What. Fun. ist eine einzige Vollkatastrophe von einem desaströs unamüsanten Weihnachtsfilm. Was hat der dazugehörige Soundtrack zu bieten?

Kurzum: eine Versammlung voller Indie-Größen (und Gwen Stefani), die sich (mit halber Ausnahme von Gwen Stefani) durch (mehr oder minder) bekannte Weihnachts-Klassiker covern und im Grunde keinerlei Bezug zum Rohrkrepierer Oh. What. Fun. an sich haben.
The Bird and the Bee machen aus dem 10cc-Stück The Things We Do For Love im Greg Kurstin-Sound etwas zu steril einen modernen Radio-Popper, der in professionell verträumt schunkelnden Leichtigkeit am Original scheiternd dennoch charmanter als das Michelle Pfeiffer-Vehikel ist – selbiges gilt für ihr Talk Talk-Cover (It’s My Life): gefällige Redundanz, die niemandem weh tut. Und irgendwie deplatziert wirkt.

Mehr popkulturelle Momentum hatten ja No Doubt dem Evergreen 1997 eingehaucht. Deren ehemalige Sängerin Stefani steuert ebenfalls zwei Songs für die Compilation bei: das funky mit Bläsern staksende Aushängeschild Shake the Snow Globe, das sich infektiöser gebärdet, als es das Songwriting tatsächlich hergibt, sowie (das mittlerweile auch auf der You Make Me Feel Like Christmas-Deluxe Edition nachgereichte) Hot Cocoa, dem die selbe Agenda schmissig klimpernd lebendiger unterhaltend gelingt.
St. Vincent überzeugt mit einer zurückgenommenen, intimen Darstellung von Have Yourself a Merry Little Christmas auf erstaunlich wertkonservative Weise und Sharon Van Etten macht den Pretenders mit 2000 Miles in einer rhythmisch dominierten, aber von einer dichten Synth-Lage in Zaum gehaltenen Textur individuelle Ehre. Fleet Foxes widmen sich Elliott Smith’s Angel in the Snow ebenso harmlos, wie Uwade es mit Elton John’s Step Into Christmas tut.

Weyes Blood folgt der Snowqueen of Texas (The Mamas & the Papas) mit sanftem Groove und Andy Shauf & Madi Diaz gefallen mit der lieblichen, Simon & Garfunkel-meets-Whitney-esken Unaufgeregtheit von Christmas Eve Can Kill You. Noch besser aber: Jeff Tweedy hat neben seinem ausufernden aktuellen Studioalbum ohne Überraschungen in gewohnter Qualität auch noch Zeit für The Band bzw.Christmas Must Be Tonight gefunden.
Was alles sehr nett ist – im Kontext des Films aber eben allesamt absolut keinen Sinn ergibt.
Schlüssiger sind da für den Soundtrack-Clusterfuck Oh. What. Fun. eigentlich Lorely Rodriguez‘ Dance of the Sugar Plum Fairy als Verbrechen an Tschaikowski, die beiden penetrant überkandidelten The Wang Family-Gastspiele Silent Night und I Heard the Bells on Christmas Day, sowie Dominic Sessa’s vollkommen unlustige Persiflage von The 12 Days of Christmas – sie alle kommen im Film vor, passen aber im Umkehrschluss wiederum auch überhaupt nicht zum restlichen Indie-Aufgebot hier (mit Gwen Stefanie).

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