Violet Bloom – Spring Promo
Das Grazer Quintett Violet Bloom hat schon mit seiner ersten Debüt-Demo EP vor knapp einem Jahr quasi aus dem Stand heraus viele Hardcore- und Punk- Herzen für sich gewonnen. Die nun nachgelegte Spring Promo macht ihre Sache aber sogar nochmal einen Tick besser.
Abermals ungefähr die Schnittmenge aus Be Your Own Pet und Gouge Away anvisierend, ist Cogito (I Am) mit knapp zweieinhalb Minuten Spielzeit keineswegs der längste Song im Portfolio der jungen Band – er fühlt sich aber wie der bisher mitunter abenteuerlustigste an.
Weil Violet Bloom ihre catchy Schmissigkeit in ein Songwriting packen, das es der Sturm-und-Drang-Mentalität mit der spürbaren Freude am Genre nicht zu einfach macht. Die A-Seite der Platte hat Spaß am Pit, wirbelt dabei aber knackig riffend, rockt zugänglich und zeigt gar surfende Tendenzen, packt eine dynamische Unberechenbarkeit in den Verlauf, ohne verkopfte Progressivität zu fordern, sondern setzt sich instinktiv als natürlichste Sache der Welt mit dem zugrunde liegenden Existentialismus (in Form einer Art Bolm’schen Fatalismus?) auseinander: „They say it’s an ongoing process/ Am I in the process?„
Man muss das aber auch nicht überanalysieren, sondern auf einfache Erkenntnisse herunterbrechen: Violet Bloom spielen nach allen Regeln der Szene-Kunst, sind frisch und motiviert. Sie unterhalten mühelos, wo andere sich zu generisch verlaufen.
Das ebenso sinnsuchende Static gibt danach insofern schlüssigerweise das fast straighte, breitbeinige Gaspedal im Jagdmodus („I feel so drained/ Restless and electrified/ The only way to get up is hunting/ For cheap dopamine„) und fackelt alleine in den letzten Sekunden nicht lange.
Kurzum: Die beiden Songs der Spring Promo ergänzen sich gegenseitig toll – und lösen die Versprechen der Demo 2025 relativ mühelos ein.

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