Vulgar Mephitis – From Dust
Das Debütalbum From Dust ist ein demonstrativer Nutznießer des Umstandes, dass die Death-Chronisten von Vulgar Mephitis seit den elf Minuten ihrer selbstbetitelten ersten EP vor vier Jahren personell gewachsen sind.
Haben Bassist Jay Schweinberg und Vocalist Jacob Toy die eh sehr kompetente, aber auch verdammt generisch und linear konzipierte EP 2024 noch im Alleingang gestemmt, machen die Hinzunahme von Dan Martin an der Gitarre und Schlagzeuger Nick Bentzel Vulgar Mephitis mittlerweile zum Quartett. Mutmaßlich deswegen haben sich auch die Perspektiven der Band aus Pittsburgh, Pennsylvania geändert und die stilistische Bandbreite erweitert: Man beschränkt sich einerseits nicht mehr auf den trendaffin slammenden Brutal Death Tech Death Metal. Und wenn doch, spielt man ihn mit einer weitaus ambitionierteren, zwingenderen und intensiveren Kante als bisher. Intensiver und packender. Wenngleich nicht unbedingt originärer per se.
Das instrumentale Titelstück-Intro eröffnet From Dust aber erst einmal mit seinem dissonant auf ein vertrackten Schlagzeug verzahntes Gitarrenspiel als pures, unkaschierten Ulcerate-Worshipping, das man von der Band so nicht erwartet hätte. Und das so auch nur in – natürlich – To Dust noch einmal aufgegriffen wird. Erst weniger offenkundig, hinten raus jedoch abermals sehr direkt. Und in Peer Into The Abyss zumindest ansatzweise, zudem mit grindig grunzender Attitüde samt Synth-Goth-Patina, während in Summe Vergleiche zu Abhorrent oder Phasma durchaus Sinn ergeben.
Dazwischen schleudern und schnalzen Vulgar Mephitis ihre Riffs mit frenetischer Technik, growlen und brüllen, walzen heavy, frickeln schlenzend und blasten ihre Geschwindigkeit mit Core-Elementen, Breakdowns und ein paar Keyboard-Schwaden verziert, durchaus traditionsbewusst. Wenn beispielsweise ein Scorn of My Flesh erst schleppender groovt und dann zum punkigen Husarenritt mutiert, setzt das zudem auch individuelle Akzente.
Doch bis der Closer Wounds in der operettenhaften Mystik einen choralen Outro verklingt, lebt die Platte vor allem von ihrer gefühlt alle Songs attackierenden Spielwut, der kaum eine Sekunde verschwendenden Prägnanz, sowie den dynamischen Wendungen im atemlosen, impulsiven Songwriting. Die kompakte Laufzeit von gerade einmal 28 Minuten wirkt insofern wie ein zusätzlicher Katalysator – weswegen es wertungstechnisch gemeinsam mit dem Willowtip-Bonus auch ein aufrunden bei den Punkten gibt.


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