A Guy Named Lou

von am 11. Dezember 2012 in Adventskalender 2012, Featured

A Guy Named Lou

Manche Dinge die aus Kärnten nach Graz kommen sind ja doch nicht so übel, eines dieser Beispiele ist sicherlich A Guy Named Lou. Die Wurzeln liegen zwar im ehemaligen Haider-Land, was vorallem für die Ausbildung politischer Punk-Rock Songs sicher kein Nachteil sein muss. Ausserdem sind sie auch ein Bestandteil der lokalen Szene und deshalb auch herzlich willkommen in unserem erlesenen Kalender.

Stellt euch vor ihr wacht nach einer durchzechten Nacht auf, seht auf euer Handy und lest dort als erstes folgende Nachricht: „Hey Honey, i’m missing u“  nur um dann in weiterer Folge festzustellen dass „this one is from a guy named Lou“ ist.  Meines Wissens nach ist diese Episode in dieser Form keinem Mitglied der Band tatsächlich passiert, sie bezieht sich auf einen Songtext des Vorgängerprojekts von A Guy Named Lou und leitete nahtlos auf den aktuellen Bandnanem des Quartets hin. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich dass das erste, 2012 releaste Album den Namen ‚This One is from…‚ trägt.  A Guy Named Lou bieten Punkrock in typisch amerikanischer Machart, der handwerklich durchaus mehr als solide eingespielt ist.  Und wer das Glück hatte sie heuer schon live zu sehen, weiss spätestens ab diesem Zeitpunkt welche Qualitäten in der Band stecken.

Wer dieses Vergnügen allerdings bis dato noch nicht hatte; auf guten heimischen Punkrock steht und noch dazu am Donnerstag noch keine Pläne hat; der kann sich freuen. Ab 20 Uhr gibts im MusicHouse A Guy Named Lou auf der Heroes ’n Ghosts LP Releaseshow zu sehen. Im Vorfeld hat mir Gitarrist Hussa die obligatorischen Fragen des hauseigenen Heavypop-Advendskalenders ausführlichst beantwortet. Viel Spass beim Lesen.

Seit wann musizierst ihr und wie seit ihr quasi dazu gekommen?
„Das ist natürlich bei jedem von uns ein wenig anders abgelaufen aber im Großen und Ganzen kann man sagen, dass jeder von uns schon in Kinderjahren mit einem Instrument in Berührung gekommen ist und mehr oder weniger gut gespielt hat. Mit ca. 13/14 Jahren wurden dann die ersten Bands gegründet und gemeinsam Lärm gemacht.“

 Wie kommt jemand auf diesen Bandnamen?
„Obwohl jetzt die Johnny Cash Fans enttäuscht sein werden, muss ich sagen, dass der Name keine Anlehnung an ‚
A Boy Named Sue‚ ist. Da sind wir erst viel später draufgekommen! Naja, die Geschichte ist lang und nicht sehr spektakulär. Nach der Auflösung unserer alten Bands haben Jo, Bench und Ich es eine Zeit lang, nicht sehr erfolgreich, zu dritt versucht. In dieser Zeit entstand der Song ‚Overload‚, in dem ein Typ nur des Reimes wegen, Lou heißen musste und der somit die Textzeile: „This one is from a guy named Lou“ enthielt. Aufgrund mangelnder Ideen und als Andenken an dieses Meisterwerk der Kompositionskunst wurde, nach dem Beitritt Tommys die Band A Guy Named Lou und das erste Album ‚This one is from…‚ getauft.“

 Wie würdet ihr persönlich eure Musik beschreiben?
„Würde fürs Erste einfach mal Punkrock sagen. Im heutigen Genre-Dschungel kennt sich eh keiner mehr aus und wir als Band machen uns auch ehrlich gesagt nicht so viele Gedanken über die Kategorie in die wir reinpassen wollen oder sollen. Wir versuchen einfach Musik zu machen die uns gefällt, ehrlich ist und die die verschiedenen musikalischen Einflüsse der Bandmitglieder widerspiegelt.“

Gibt es persönliche Vorbilder von euch?
„„Vorbilder“ ist hier vielleicht das falsche Wort aber es gibt durchaus Bands, die wir sehr bewundern und manche, die in jüngeren Jahren unsere absoluten Helden waren und uns gezeigt haben, wie weit man als DIY- Band tatsächlich kommen kann. Als österreichische Band wäre da vor allem die heilige Punkrock Dreifaltigkeit
RentokillRed Lights FlashAntimaniax zu nennen deren Shows und Musik sehr viele Bands unserer Generation beeinflusst und motiviert haben. Natürlich hat aber jeder von uns noch seine individuellen Lieblingsbands die sicher auch die Art und Weise wie wir heute Musik machen beeinflusst haben. „

Fünf Platten, die euch als Band  geprägt haben?
„Puh schwierig, aber eine Auswahl mit der wir alle einverstanden sind:

  • Rentokill – ‚Antichorus und auch Back to Convenience‘
  • The Offspring – ‚Smash‘
  • Itchy Poopzkid – ‚Time to Ignite‘
  • Antimaniax – ‚As Long as People Think‘
  • Half Price – ‚Taking Life Seriously'“

Eure fünf persönlichen Lieblingsplatten 2012?

  • Astpai- ‚Efforts and Means‘
  • No Trigger- ‚Tycoon‘
  • The Detectors – ‚Deny‘
  • Mute – ‚Thunderblast‘
  • Apologies, I have none – ‚London‘

 Ganz pauschale Frage: Beatles oder Stones?
„Ich glaube Tommy wäre für die
Beatles aber als Band: Stones!“

 Hört ihr eigentlich auch lokale Bands?
„Ja, sind große Fans von Bands wie
Astpai, Ants, Missstand oder den Dee Cracks. Bin generell der Meinung, dass zurzeit das Niveau der lokalen Bands, vor allem in Graz sehr hoch ist und einiges dabei ist, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. War vor kurzem auch auf meinem ersten The Noise Killed Hearts– Konzert und war sehr positiv überrascht wie gut diese Band live ist. Auch bei Namen wie Heroes’n’Ghosts, The Liberation Service oder The Trusty Chords, mit denen wir auch bald die Bühne teilen dürfen, *Werbeeinblendung aus* lohnt sich auf jeden Fall das Reinhören, oder noch besser Hingehen, wenn man die Chance dazu bekommt.“

Betrachtet ihr euch auch zu irgendeiner Art von Szene zugehörig? Wie äußert sich das?
„Ganz ehrlich: Unter Szene stellen sich die Leute wahrscheinlich etwas anderes vor. Aber was wir wirklich gemerkt haben ist, dass es ein Netzwerk engagierter Leute gibt, die die Liebe zu handgemachter Musik und DIY- Konzerten teilen und dass die Szene in diesem Fall uns wirklich genützt hat. Ohne jene Leute hätten wir noch weniger Konzerte bis heute gespielt. In diesem Sinne haben wir von der Szene, wenn man so will, bis jetzt mehr bekommen als wir zurückgeben konnten. Aber wir versuchen zumindest, den faulen, fetten Schweinehund zu überwinden und so oft es geht Konzerte anderer Bands zu besuchen und bei Bedarf auch mal Konzerte mitzuorganisieren. „

Was könnte besser laufen in der steirischen/Grazer Musiklandschaft? Wo liegen aus eurer Sicht die Probleme?
Als ehemaliger Klagenfurter kann ich mich über Graz nun wirklich nicht beschweren. Es gibt zahlreiche gute Bands aus Graz und, im wirklich eindeutigen Gegensatz zu Klagenfurt, fehlt es auch nicht an Locations, die jungen Bands die Chance geben Live Erfahrung zu sammeln ohne sie in den finanziellen Ruin zu treiben. Was man vielleicht sagen kann ist, dass zurzeit das Interesse an Punkrock als Musikrichtung im Allgemeinen nicht sehr groß ist und man mit anderen Musikstilen/Richtungen heute wahrscheinlich mehr Publikum anzieht. Aber wer will dieses Gejammer schon hören?“

Thema Zukunftspläne: Stehen neue Veröffentlichungen oder Auftritte in der Startlöchern?

„Jaja unsere ambitionierten Pläne! Um ehrlich zu sein planen wir im Sommer unser zweites Album anzugehen und für März eine kleinere Tour. Aber konkret steht noch gar nichts und mal schauen, in wie weit wir das verwirklichen können.“

 A Guy named Lou findet man online:

Facebookdas komplette Debütalbum ‚This One is From….‘ als Download!

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