Anal Trump – Fuckin‘ Bitch
„This was released today, and well… I may or may not be a part of it. You tell me. Either way, all proceeds go to the Immigrant Defense Project and the National Immigration Law Center.“ bewirbt Justin Pearson die Fuckin‘ Bitch EP von Anal Trump.
Justin Trump (Vocals) und Rob Trump (Guitar/Bass/Drums) – sowie womöglich auch immer noch Travis Trump (Vocals)? – sagen „We know what’s best for you and this country because shut up“ und legen (physisch auf 616 ICE colored-Vinyl-Exemplare limitiert, die man sich in hiesigen Breitengraden ob der horrenden Versandkosten eigentlich gleich abschminken kann) zehn Songs nach, von denen der kürzeste 1 Sekunde dauert und der längste 14 – insgesamt kommt Fuckin‘ Bitch also beinahe auf eineinviertel Minuten Spielzeit.
Womit sich die EP nahtlos an das bisherige Schaffen der Aktivisten reiht. Auch stilistisch. Die Maskenträger liefern wieder ziemlich geil fetzenden Grindcore mit klarer San Diego-Prägung, der seine schmissig rockende Attitüde und unfehlbare Pearson-Handschrift gar nicht erst verstecken will. Oder diese Attacken über die hingerotzten Skizzen hinausdenken muss.
Und doch brennt alles noch deutlicher. Mit Texten wie „Move that shit/ You fuckin‘ dyke!/ Think you can park/ Where I don’t like?/ Eat a bullet!“ hätten die neuen sozialpolitischen Splittergranaten in anderen Zeiten wohl wie eine spastisch überzeichnete Satire oder Parodie wirken können. Im Hier und Jetzt sind sie mit aus dem Leben gegriffenen Inspirationen aber leider mehr denn je eben eher eine szenische Momentaufnahme des vorherrschenden radikalen amerikanischen Sittenbildes.


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