World Peace – For No Man Shall See Me and Live

von am 1. Mai 2026 in EP

World Peace – For No Man Shall See Me and Live

Nach Come And See und It Is Written schreiben World Peace For No Man Shall See Me and Live seinen schlanken Umfang von zehn Songs in sechseinhalb Minuten wieder als Statussymbol aufs Cover.

Was bedeutet, dass wir es nach zwei Langspielern, die geradezu exzessiv über die Zehnminutenmarke geprügelt haben, diesmal wieder mit einem nominellen Kurzformat des Trios zu tun haben – was im Umkehrschluss dazu führt, dass der Spannungsbogen in diesem Kontext fast schon traditionsgebunden den Hörer viel zu abrupt und unvermittelt in der Luft hängen lassend aus dem Karussell katapultiert.

Auch sonst bleiben Drummer Derek Kanowsky und Christian Huft-Robbins sowie Spy-Shouter Peter Pawlak ihrem Double-Bass-Powerviolence-Erfolgsrezept treu: For No Man Shall See Me and Live pendelt selbstkasteiend zwischen groovender Heaviness und dem angepisst rasenden Hardcore-Wahn.
Obwohl sich der Sound der Band ob seiner selbstgefälligen Limitierungen einmal mehr trostlos und dergestalt anfühlt, als wäre auch in jeder noch so kompakten Dynamik alsbald alles essentielle gesagt, trägt er doch auch zu einer Eigenwilligkeit bei, die mit wilder Konsequenz fesselt.

As So Decreed scheppert im trockenen Klangbild grummelnd und wirft sich das duale Gebrüll über den schnepfenden Tieftöner zu, bevor Diaspora retrospektiv stumpfe Spannungen aufbaut. Immer wieder muss man danach wegen des Schlagzeugsounds und der Riffs an Helmet (Tatsache!) denken, wenn etwa Land of Plenty stoischen Druck auf die Nackenmuskeln ausübt oder Lesser Miracles sludgiger lauert, bevor Staggering Vanity dessen Motiv punkig aufgreift.

Am besten sind aber die grindigen Szenen wie Bastard Sons of Noah oder Those Bearers of False Gifts – nihilistische Rein/Raus-Attacken, die sich über ihre kloppede Geschwindigkeit definieren und die allesamt über kurze Noise-Bindemittel eingeschworen werden, bevor Shock and Awe hinten raus zähflüssig wird, aber deswegen dennoch keine finale Katharsis für For No Man Shall See Me and Live anbietet. Was angesichts der pragmatischen Artwork-Wahl zu erwarten war. Solch eine auslaugend/erfüllende Wirkung erzeugen World Peace dann eben doch nur auf ihren Hauptwerken.

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