Atomic Rule – The Golden Rose
Das aus (ehemaligen) Mitgliedern von u.a. Every Time I Die, Eternal Sleep oder The Acacia Strain bestehende Quartett Atomic Rule wirft nur wenige Wochen nach seiner ersten Visitenkarte With Skull Crushing Force schon die nächste EP auf den Markt: The Golden Rose.
Andy Williams (Guitar), James Henderson (Vocals), Kevin Boutot (Drums) und Travis Bennington (Bass) legen in Sachen Veröffentlichungssucht gar ein derartiges Tempo vor, dass das Management der Band mit dem Hochladen des Materials auf etwaige Streamingdienste nicht nachgekommen zu sein scheint, weswegen The Golden Rose letztlich sogar später erschien, als eigentlich angekündigt.
Aber dass dem Quartett die neuen Stücke unter den Fingernägeln brannten, ist verständlich: „We’re very proud of this one. These are the first 3 songs all current members wrote together. Let some gold shine into your life.”
Ungeachtet der wenigen Wochen zwischen den ersten beiden EPs von Atomic Rule nimmt sich Thot-Amon jedoch erst einmal Zeit, um hochzufahren und genießt atmosphärische Wellen des Drone.
Danach lassen die Vier die Mastodon’eske Knackigkeit der heavy Riffs einerseits bedeutend näher am Southern-Flair von Every Time I Die von der Leine, setzen auf cleanere Vocals und eine melodiöse Seite des Sludge/ Post-Grunge. Andererseits wird die Kaskade gleichzeitig weiter zum Prog geschlängelt, irgendwann gar punkig hämmernd. Eine Klimax ist erkennbar, wird aber produktionstechnisch in einer relativen Gleichförmigkeit nicht nicht zwingend genug herausgearbeitet.
Dafür schärft das Bindemittel Crom als sinfonischer Ambient den Fokus, als wäre The Golden Rose im Ganzen eine durchgehende Suite, und generiert das nötige Durchatmen, damit Neptunium seine Kraft adäquat in die Waagschale werfen kann.
Die schwere ASG-Härte bekommt eine eigenwillig poppige Schieflage mit auf den Weg, mäandert kompositorisch etwas um den heißen Brei, wird aber nie langweilig – und ist gar nicht so weit von Many Eyes-Kampfzonen entfernt. Wenn sich Atomic Rule danach in den schimmernd-grummelnden Score zurückziehen, bleibt weiterhin Luft nach oben. Die Weichen für ein potentiell starkes erstes Studioalbum wären aber endgültig gestellt.


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