Atomic Rule – With Skull Crushing Force
Andy „The Butcher„ Williams hat nach dem unschönen Ende von Everytime I Die durch den alleinigen Fokus auf seine Wrestling-Karriere mittlerweile wieder Bock auf Musik bekommen: Atomic Rule entern den Ring wahrhaftig With Skull Crushing Force.
Gemeinsam mit Travis Bennington (Eternal Sleep), Kevin Boutot (Dry Kill Logic, Ex-The Acacia Strain) und (der mittlerweile gefundene Sänger) James Hendergroove demonstriert Williams mutmaßlich, wo seine Kompetenzen im Sound-Spektrum von Every Time I Die lagen: Atomic Rule sind deutlich heavier am Sludge ausgelegt als Many Eyes und Better Lovers. Sie spielen ihre Riffs fast metalcore-bluesig mit Stoner-Punch und emanzipieren sich am deutlichsten der drei Bands von der Konkursmasse, indem Mastodon zur ersten und allgegenwärtigen Referenz werden, derweil With Skull Crushing Force sich generell in einer (mit einer Prise Coalesce und Coliseum gewürzten) Umgebung wohl fühlt, die sich dereinst Bands wie ASG, Taint, Baroness, Akimbo oder Torche erschlossen haben.
In diese Assoziationen gräbt Song One seine Zähne als Crusher Destroyer, pendelt mit seinen im Hall gerufenen Schreien (tatsächlich die einzig gravierenden Ambivalenz in der eklektischen Identität der Band) zwischen aufbrausender Wut und schwelgender Anlauf, geht nach vorne und beschwört, ist aber strukturell noch zu repetitiv und wenig überraschend. Das kam man der Nummer erstens durchgehen lassen, weil es – Nomen est Omen – der erste Song war, den Atomic Rule gemeinsam geschrieben haben.
Und zweitens, weil With Skull Crushing Force das Niveau danach ohnedies nochmal merklich anzieht.
Hinten raus, indem Bone Lady seine Dynamik martialischer walzend ausbreitet, sowohl melodischer und elegischer angelegt ist, als auch – in den Sehnsüchten der Gitarren – epischer, wie das die muskulöse Masse der Band stoisch geballt wird.
Lizard gönnt sich davor ein langes (im Kontext an dieser Stelle der Platte sogar zu langes, weil das Pacing ausbremsendes) verträumt-nachdenkliches Intro-Geplänkel, schleust seine Riffs dann aber uns zwingender und breitbeiniger in das Geschehen, und tritt sogar auf das Gaspedal des Punk. Mit der catchy Hook („I want my drugs back!”) und entwaffnendem Groove demonstrieren Atomic Rule gerade im Rock-Modus (auch wenn hinter den Ecken und Kanten noch Luft nach oben bleibt) einfach so selbstverständlich das gewisse Etwas haben. Also das, was, um für Relation zu sorgen, Better Lovers nach wie vor fehlt. Und das auch Jordan Buckley zumindest bis zum Combust nicht kompensieren konnte.


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