Oliver
Der Nachschlag zu dem an dieser Stelle unter Wert verkauften 'Push the Sky Away': Nick Cave und seine Bad Seeds protzen auch live nicht mehr mit überschüssigen Testosteron, sondern pflegen zurückgenommen die feine Klinge.
Lange um den heißen Brei herumreden ist die Sache der verdienten Szene-Supergroup Voltage (mit Mitgliedern von Abfukk, Italian Stallion, Get It Done, Ays, The Lust For & Life On The Run) nicht: gerade einmal 10 Minuten Hexenkesselrabatz genügen den Wegbergern um mit ihrem rockigen Hardcore die Gehörgänge durchzupusten und dabei so richtig Eindruck zu hinterlassen.
Ganz am Ende ist dann gefühltermaßen tatsächlich pure Hardcore-Magie im Spiel: Jeremy Bolm springt von der Bühne und prescht durch die Menge, die daraufhin gleichermaßen gemeinsam den finalen Gesangspart von 'Honest Sleep' übernimmt, wie den Touché Amoré Frontmann unter einem Berg schwitzender Leiber begräbt. Als sich die Wogen zu glätten beginnen scheint der Sänger in der aufgeheizten Masse jedoch spurlos vom Erdboden verschluckt worden zu sein.
Da mag das superb energisch eröffnende 'Blush' noch so hartnäckig, druckvoll und kehlig aus den Boxen preschen: es besteht mittlerweile kein Zweifel mehr daran, dass Title Fight ihre Songs mittlerweile eher als am melodischen Hardcore/Punk an klassischen Rockmomenten schulen. Und wie man seit 'Floral Green' weiß steht ihnen auch dies nur allzu gut.
Jetzt aber der endgültige Beweis: Future of The Left haben unter dem Banner ihres vierten Studioalbums einfach nicht das qualitative Maximum dessen gebündelt, was an Material rund um die Crowdfunding Sessions entstanden ist.
Nachdem Iceage das Jahr 2013 mit ihrem Zweitwerk 'You're Nothing' triumphal begonnen haben, beschließen sie es auch ebenso: mit zwei Coversongs, welche die Kopenhagener Gang aus beinahe ungekannten Perspektiven anleuchtet.
Weil Kurt Vile rund um die Veröffentlichung seines aktuellen Studioalbums 'Waking on a Pretty Daze' bekanntlich auf einer Welle des Erfolgs schwimmt werden in dessem Sog neben neuen Songs auch weniger populäre erste Gehversuche wieder ans Licht der breiten Öffentlichkeit gespült.
Auch die Panem-Filmreihe setzt auf das gängige Schema fetten Hollywoodblockbustern einen prestigeträchtigen Soundtrack zur Seite zu Stellen - und fährt im zweiten Anlauf mit einer Hinwendung zu zahlreichen Vertretern der oberen Indie- und Alternative Riege wieder gut damit.
Stilbewusster Garage-Rock'n'Roll im haarigen Horrorlook aus der Bundeshauptstadt passiert, wenn vier Wiener in Wolfskostümen den 60s-Mond anheulen. Dass heimischen Gefilde ein fruchtbares Pflaster für derartige Späßchen sind wissen nicht nur Fans von Wild Evel & the Trashbones.
Hymnen, Hits und Ohrwürmer aus allen Rohren: Biffy Clyro sind längst die größte kleine Rockband des Planeten - an der jeder teilhaben darf und kann. Vor der inhomogenen Fanmasse des Gasometers beschließen die drei Schotten ihre aktuelle Arena-Tour jedenfalls fulminant.



![Touché Amoré, Self Defense Family, Dad Punchers [27.11.2013 Flex, Wien] Touché Amoré, Self Defense Family, Dad Punchers [27.11.2013 Flex, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/11/Touche-Amore-Live-1.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)






![Biffy Clyro, Dry the River [19.11.2013 Gasometer, Wien] Biffy Clyro, Dry the River [19.11.2013 Gasometer, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/11/Biffy-Clyro-Live-1.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)