Kurt Vile and Sore Eros – Jamaica Plain

von am 26. November 2013 in EP

Kurt Vile and Sore Eros – Jamaica Plain

Weil Kurt Vile rund um die Veröffentlichung seines aktuellen Studioalbums ‚Waking on a Pretty Daze‚ bekanntlich auf einer Welle des Erfolgs schwimmt werden in dessem Sog neben neuen Songs auch weniger populäre erste Gehversuche wieder ans Licht der breiten Öffentlichkeit gespült.

Was dann, wie sich anhand von ‚Jamaica Plain‚ (benannt und aufgenommen vor knapp einem Jahrzehnt in einem Viertel Bostons) zeigt, vor allem für Ursprungsforscher und Die Hard-Fans eine spannende Sache ist, während sich dem Gelegenheitshörer die durchaus einnehmenden Anziehungskraft der 16 Minuten vor allem als entspannende Fingerübung vorstellen wird. Dabei sind ätherisch plätschernde Instrumentalstücke wie der verrauschte Titelsong oder ‚Calling out of Work‚ (gemächliche Digi-Rhythmen bilden in Erstem den Unterbau für die noch etwas unentspannt im Wind wehenden Slacker-Gitarrenfiguren und dezente Synthiefäden, während sich Zweiter vollends in Ambientwelten verabschiedet und auch als frühe, experimentelle  Animal Collective-Nummer durchgehen könnte) weder schlecht noch wirklich untypisch für Vile’s frühes Schaffen – nur eben noch eher ein wenig hilflos suchend, als von vornherein ziellos schlendernd, entspannte Hintergrundbeschallung sicherlich, aber abseits der idealen Begleitumstände beim Konsum auch mit dem Hang zur Langeweile behaftet.

Nicht eklatant spannender, aber doch insofern interessanter, weil der Versuch direkter am konventionellen Songwriting geschult zu sein, präsentiert sich das mit Gesang ausgestattete ‚Serum‚ in der Nähe von Chillwave und Dreampopskizze: die Gitarre Vile’s tritt hier in den Hintergrund und fein eingewoben zwischen den elektronischeren Zugang von Sore Eros‚ Bandchef und Ex-Violator Robert Robinson zur Musik. Am Mikrofon selbst zeigt sich Robinson dabei schüchtern und ein wenig unsicher, eben so verhuscht, wie sich das für ein Lo-Fi-Home Recording Project  gehört.
Vile selbst hat sich von dieser Art von Musik freilich schon länger abgewandt und grundsätzlich ist ‚Jamaica Plain‚ ohnedies eine Veröffentlichung, die Vile’s Namen selbst vor einem Jahrzehnt nicht zwangsläufig am Cover gebraucht hätte, wirken die Songs doch eher wie reine Sore Eros Geburten, bei denen Vile als unterstützende Hebamme unter die Arme gegriffen hat. Aber so verkauft es sich wohl besser.

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