Reviews
Still Corners verpassen The Last Exit und bleiben mit ihrem fünften Studioalbum ruhigen Gewissens auf der angenehmen Komfortzonen-Spur aus Indie/ Dreampop, Americana und geschmackvollen Folk.
Only Smith & Burrows Is Good Enough stimmt so leider nicht mehr, und auch die Zeilen „I love the snow, I love the rain/ Here comes the sun, it's all the same“ erweisen sich als eher weniger schmeichelhafte Bestandsaufnahmen.
Eher geschickte Ergebniskorrektur als eine tatsächlich neue Inkarnationen der Stadionrocker: Dave Grohl verpasst seinen Foo Fighters mit Medicine at Midnight eine erfrischend mondäne Inszenierung, kann dabei aber altgediente Schablonen weiter nutzen.
Horror Synthwave und progressiv-anachronistische Elektronik: John Carpenter macht mit Sohn Cody sowie seinem Taufkind Daniel Davies auch auf Lost Themes III: Alive After Death typische John Carpenter-Musik.
Steven Wilson widmet sich auf The Future Bites dem unkomplizierten, zugänglichen, leicht verdaulichen Pop. Das mag Puristen auf die Palme bringen - ist aber mit ein bisschen Abstand einfach nur ernüchternd okay.
Was für eine Kür: Ad Nauseam spielen auf Imperative Imperceptible Impulse die progressiven Schmerzgrenzen auslotenden Avantgarde Tech Death Metal, vollgepackt mit existentialistischer Extravaganz und unorthodox-bizarrer Atonalität nahe der diffusen Ideallinie.
Indie Folk und zurückgenommene Singer Song-Kleinode, wie Self Serenade ihn vorweggenommen hat: Hayley Williams verpasst Flowers for Vases / Descansos ästhetisch eine klare Linie, findet inhaltlich unkonkret aber nicht in die Spur.
Außerplanmäßig wird die Two Minutes to Late Night-Crew abseits ihrer allmonatlichen Cover-Sammlungen aktiv und veröffentlicht aus den Archiven den Miley Cyrus-Song Wrecking Ball - exklusiv für 24 Stunden via Bandcamp - als Charity-Single.
Was im Film-Business längst Usus ist (und musikalisch selbst bei Taylor Swift in Mode kommt), funktioniert gewissermaßen auch für österreichischen Post Black Metal: Ellende verpassen ihrer 2014er EP Weltennacht mit Triebe einen Reboot.
Nach einem weiteren Karriere-Highlight wie A Dawn to Fear (2019) wirkt The Raging River in erster Linie unterwältigend, unterstreicht in zweiter aber mit souveränem Autopilot, weswegen Cult of Luna die aktuell beste Band des Post Metal bleiben.










