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Clipping. - CLPPNG - HeavyPop.at

Clipping. – CLPPNG

von am 22. Juni 2014 in Album, Heavy Rotation

Clipping. – CLPPNG

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Seit die visionären Dälek sich 2011 offenbar dauerhaft verabschiedet haben ist die Szene im Wandel: von den längst mit permanentem Hype-Rückenwind dekonstruierenden Death Grips bis hin zu Kanye West, der mit ‚Yeezus‚ zerschossenere Electrosounds im Hip Hop massentauglich machte, lernen nachrückende Kombos wie Odd Future oder Ratking von vornherein Konventionen genüsslich zu ignorieren. In genau diesem rücksichtslosem Feld der futuristischen Hip Hop-Grenzgänger richten sich nun alle Scheinwerfer auf Clipping..

Bei Sub Pop bleibt man wählerisch wenn es darum geht Hip Hop-Acts unter Vertrag zu nehmen – wie schon im Falle von Shabazz Palaces zeigt sich aber, dass das ikonenhafte Label aus Seattle, wenn es doch wieder einmal soweit ist, einen regelrecht beängstigend zielsicheren Riecher dabei beweist aus der Norm fallende Genrevertreter aufzutreiben. Wobei sich Clipping. mit ihrem selbstveröffentlichten (nach wie vor nach Name your Prize-Prinzip zu erwerbendem) 2013er Einstand ‚Midcity‚ regelrecht aufgedrängt haben – auch wenn man dieses (über)fordernde Amalgam aus abstrakten Electrobasteleien, ungnädigen Lärmanrissen und fratzenhaften Beatgerüsten damals wie heute nicht so recht fassen konnte: von Noise- bis Indrustrial- wurde seitens des Feuiletons jede Mashup-Bezeichnung hilflos vor den Clipping.-Rap geklebt, während MC Daveed Diggs und die beiden Produzenten Jonathan Snipes und William Hutson genau dort weitermachen und ihr schwindelerregendes Gebräu für ihr Zweitwerk weiter verfeinert haben – und auch mit großem Label im Hintergrund absolut keine Gefangenen nehmen.

Während Hudson und Snipes rund um Diggs stechend-monotone Zahnarztbohrersound, auf den Nerven trampelnde Radioweckertöne, zerspringende Glasscheiben oder infernale Fabriksmaschinen mit minimalistisch gehaltenen Beats verschweißen, fällt dieser mit seinem beeindruckend intensiven Flow ein ums andere Mal so unfassbar atemberaubend mit der Tür ins Haus, hantiert zwischen expressionistischen Maschinengewehrsalven und hommagierenden/persiflierenden Gangstaattitüden – wie grandios ist alleine die zwielichtige Synthiehatz ‚Story 2‚?
Clipping. brauchen augenscheinlich nicht viel um eine schwindelerregende Dynamik zu erzeugen. Im überragenden ‚Taking Off‚ genügt dem kongenialen Trio deswegen auch alleine ein in der Flugzeugturbine pochendes Subbass-Tischtennisklopfen auf der verzerrten Snare sowie Diggs atemlos zwischen den Gängen schaltender Erzählstil für herabgeklappte Unterkiefer, bevor Clipping. doch auch gleich noch eine Jazz-Bläsersektion ins Geschehen destillieren. Ein sehniges Muskelspiel, gnadenloser Soundterrorismus, ein fesselnder Seiltanz ohne doppelten Boden ohne Limit.

Dream‚ ist eine gespenstische Spoken Word-Suspence-Odyssee über einen verwunschenen Friedhof, ‚Dominoes‚ spult hirnwütig seinen Bandsalat und auch ‚Ends‚ klingt nach beschädigter Digitaldatei, baut dabei dennoch eine bedrohliche und bklemmend unter die Haut gehende Spannung auf. ‚Body & Blood‘ hämmert mit einem monströs wummernden Elektroschrauber Nägel in den Dancefloor und ‚Get Up‚ bringt das Kunststück zustande als Bombenalarm auf der Intensivstation mit Hilfe von Mariel Jacoda zu einer souligen Eingängigkeit zu finden. Überhaupt gelingt ‚CLPPNG‚ vor allem immer dann der Spagat von interessantanstrengend zu irritierend-eingängig und mitreißend-progressiv am schwindelerregendsten, wenn Clipping. sich wie für das pimpig-trockende ‚Work Work‚ mit Cocc Pistol Cree oder ‚Summertime‚ mit King T Gäste an Bord holen. Wenn man so will versammelt ‚CLPPNG‚ hinter all dem Irrsinn sogar eine außerordentlich beachtliche Stange an, nun ja, widerspenstigen und verhaltenskreativen Hits. Nur einmal verzetteln sich Clipping., das aber eklatant: ‚Tonight‚ (featuring Gangsta Boo) schielt mit seinem unangenehm aufdringlich-prolligen Vocoder-Refrain allzusehr ins Fahrwasser von Kanye West und fällt dabei penetrant aus dem nicht existenten Rahmen. Ein Schuß in die eigene Kniescheibe, sicherlich – aber das ändert freilich auch kaum mehr etwas daran, dass Hip Hop im Jahr 2014 kaum spannender werden wird als in diesen 56 Minuten.

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