Dead Man’s Bones – Lost In The Night

von am 29. Oktober 2026 in Single

Dead Man’s Bones – Lost In The Night

17 Jahre nach ihrem ersten und bisher einzigen Album als Dead Man’s Bones kehren Ryan Gosling und Zach Shields mit der Single Lost In The Night rechtzeitig vor Halloween zurück.

Den Schlussstrich unter die lange Auszeit hat das nach einer ebenso ausgiebigen wie fruchtlosen Studio-Suche am Ende relativ unmittelbar gezogen, indem es sich mit Tim Anderson als Executive Producer (sowie Bass, Keys) auf einer Farm außerhalb von Los Angeles einquartiert hat, um die (Anfang kommenden Jahres in physischer Form erscheinende) Comeback-Single an einem Tag einzuspielen.
Vor diesem Hintergrund fühlt sich Lost In The Night auch musikalisch wie der (für sich alleine stehen müssend ein bisschen in der Luft hängen lassender) Opener eines neuen Kapitels für Dead Man’s Bones an. Anstelle des ungezwungen eingegangenen Goth New des bis heute wirkenden Debüts orientieren sich Gosling und Shields nun am New Wave und Post Punk, arbeiten diesmal ohne den Silverlake Conservatory Children’s Choir und setzten aus einen ausgefeilter konstruierten Sound im eher überlegt konzipierten denn wie charmant passierten Songwriting.

Auch wenn Lost In The Night so die Schrulligkeit des Album-Materials von 2009 fehlt, gelingt es Dead Man’s Bones, ihre angestammte Ästhetik schlüssig in die neue Umgebung zu übersetzen.
Stimme und Gitarre plätschern eingangs im Reverb einer von Grillen beobachteten Nacht, doch die Melodie trägt bald diese typisch erhebende Ahnung von simpler Schönheit in sich. Immer deutlicher bricht die Nummer auf, verträumt und sehnsüchtig, direkt an The Cure angelehnt, und steigert sich mit Handclaps, treibender Percussion und choralen Backingstimmen (Dedrick Bonner, Summer Greer, Morgan Williams, Marquell Edward Clayton, Sha’Leah Nikole) ist gleichzeitig aber auch entlang der hauseigenen Trademarks.
Ab der Mitte hat der Song seinen Drive gefunden, dem das letzt Drittel elegisch schwelgend verschrieben ist – ohne dass sich Lost In The Night jedoch ganz gehen lässt. Alles bleibt (eine Spur zu) diszipliniert am grundlegenden Konzept festhaltend schließt den Kreis dann stimmungsvoll in Einsamkeit.
Worauf sich vielversprechend für ein zweites Album aufbauen ließe – wenn auch vorerst noch ohne die bisherige kleine Prise an unkalkulierbarer Magie.



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