Morrissey – Isle of Dogs / Without Music the World Dies

von am 21. Oktober 2026 in Single

Morrissey – Isle of Dogs / Without Music the World Dies

Als B-Seiten von Kerching Kerching sowie Zoom Zoom the Little Boy kommen die beiden physischen B-Seiten Isle of Dogs und Without Music the World Dies auf digitalem Weg plötzlich ins Rampenlicht veritabler Single-Ehren.

Ein Spoiler vorweg: Im durchaus polarisierenden Ranking, dem Morrissey seine Diskografie unlängst unterzogen hat, kommt keine der zwei Nummern vor. Ungeachtet dieses Umstandes sind (die beiden sich qualitativ die Waage haltenden) Isle of Dogs und Without Music the World Dies tatsächlich aber besser als vieles auf seinem nach Eigendefinition zweitbesten Album.

Isle of Dogs gefällt dabei vor allem musikalisch. Mit seinem hüpfenden Glam-Beat, subtil dängelnden Gitarren und einem latenten 60s-Vibe, der zu einem orgelnden Solo und Alan Whyte-Solo mit surfender Harmonie-Sehnsucht führt, haben wir es mit einer einfachen, nett-beschwingten Standardnummer zu tun, die nebenbei gut ins Ohr geht, ohne sich dort wirklich hartnäckig zu halten.
Dabei setzt der Mozza alles daran, um dem Working Man auf inhaltlicher Ebene die Hand mit aller Plakativität vor der manipulativen Elite zu reichen: „You can’t go back to the Isle of Dogs/ It’s all been taken away/ And as a reminder/ Your job is in China/ And that’s where it’s gonna stay/ …/Election time comes around again/ And everybody chases your vote/ You still believe they’ll look out for you/ When they only want to slit your throat/ Because you’re poor/ You shouldn’t have an opinion/ You’re poor/ Go and stand over there/ You’re poor/ You’ve got horrible hair/ Oh yeah!“. Okay, alles klar!

„You don’t need to respect your government/ They can’t even govern themselves/ And you don’t need swanky first-cabin hide/ Ah, but without music the world dies“ heißt es dann passenderweise auch in Without Music the World Dies, das textlich eigentlich auf eine noch breitere, universelle Ebene zieht, indem es alle Trivialitäten des Lebens gegen den Existentialismus stellt.
„You don’t need to lead a formatted life/ And you don’t need to find yet another wife/ Head-trips may very well spill your mind/ Oh, but without music the world dies“ singt der Mozza im Rockabilly-Modus mit einer Mischung aus klassisch jangelndem The Smiths-Verve und 90er-Solo-Manierismus über einem flotten Rhythmus mit dominantem Bass. Dass die Nummer zu lange geraten und ohne Killer-Hook wie alle Arbeiten mit Joe Chiccarelli langweilig produziert ist, ist weniger gravierend, als der Umstand, dass sie kurzweiligen Spaß macht. Und dem Afficionado auch als Baustein dienen darf, um sich ein in die Tonne geklopptes Album nachbauen zu können.


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