Don’t Forget Me: Lana Del Rey

von am 12. Februar 2026 in Diskografie Ranking, Featured

Don’t Forget Me: Lana Del Rey

Mutmaßlich wird Stove als zehntes Studioalbum in absehbarer Zukunft die bisher längste Platten-Pause in der Diskografie von Lana Del Rey beenden. Bis dahin bleibt jedoch noch Zeit für einen Rückblick auf das bisherige Schaffen der Amerikanerin – wobei der Versuch, eine qualitativ so konstante Diskografie in eine subjektive Reihenfolge zu bringen, praktisch nur eine nicht in Stein gemeißelte Momentaufnahme sein kann.  

Die am 21. Juni 1985 geborene Elizabeth Woolridge Grant kehrt 2005 nach New York City zurück, um Musik-Karriere zu machen.
Bis dahin war es für sie bereits ein langer Weg: Als Teenager hat sie mit Alkoholismus und Drogen-Problemen zu kämpfen. Die deswegen aufs Internat geschickte Schülerin wird spätestens nüchtern, als sie das Auto ihrer Eltern verliert. Von ihrem Onkel lernt sie später Gitarre zu spielen, als sie nach einem unterbrochenen Studium in Long Island bei ihrer Tante lebt, um dort zu kellnern und realisiert, dass sie „mit sechs Akkorden eine Million Songs schreiben können würde“.

Ab 2005 tritt Grant jedenfalls sporadisch unter verschiedenen Pseudonymen in der Stadt auf – etwa als Sparkle Jump Rope Queen oder Lizzy Grant and the Phenomena – und spielt als May Jailer auch eine erste EP sowie das Demo-Album Sirens ein. Nach einem Abschluss in Philosophie spitzt sich diese künstlerische Selbstfindungsphase, die eigentlich das Suchen nach dem idealen öffentlichen Alter Ego ist, endgültig zu – eine Metamorphose setzt ein.
Aus Lizzy Grant wird nach einer EP unter eigenem Namen über ein erstes Übergangs-Studioalbum immer mehr Lana Del Rey: „I wanted a name I could shape the music towards. I was going to Miami quite a lot at the time, speaking a lot of Spanish with my friends from Cuba—Lana Del Rey reminded us of the glamour of the seaside. It sounded gorgeous coming off the tip of the tongue.“ sagt die Musikerin über den Künstlernamen, der auch von Schauspielerin Lana Turner sowie dem Ford Del Rey inspiriert wird.

Lana del Rey - Lana Del Ray09. Lana Del Ray

Veröffentlichungsjahr: 2010
Produzent: David Kahne
Spielzeit: 48 Minuten

Für ihr quasi selbstbetiteltes Debütalbum schreibt Grant ihren neuen Namen noch mit a statt e, doch ist auf der 2008 über drei Monate hinweg aufgenommenen Platte praktisch alles vorhanden, was man später an Lana Del Rey lieben können wird – nur noch nicht in derart konsequent ausformulierter Form. In einem wunderbar charmanten, wenngleich unausgegoren Indie-Sound fehlen – trotz solcher Ohrwürmer wie Smarty – höchstens die wirklich herausragenden Hooks. Doch die verhuscht träumenden Melodien sowie die Atmosphäre haben bereits etwas entwaffnendes, die Aura etwas Eigenes.
Als Ausfall geht allenfalls das das dünn stampfende, eindimensionale Brite Lites durch, derweil Songs wie Put Me in a Movie zwar nicht zum Punkt finden, doch mit einer konhörenteren Produktion heute eventuell als Lana-Klassiker gelten würden. Yayo darf man wahlweise dennoch in seiner Ur-Version besser finden, als in der Paradise-Neubearbeitung.
Allesamt Feststellungen, die man jedoch auf legalem Weg kaum nachprüfen kann. Flankiert von guten Kritiken, die die tolle Kill EP als Herold generiert hat, kauft Grant die Rechte an ihrem Debütalbum nämlich alsbald zurück und nimmt es nach nur drei Monaten wieder aus dem ITunes Store.
Zeit für das immer wieder angekündigte Facelift der Talentprobe Lana Del Ray a.k.a. Lizzy Grant blieb bis heute keine. Irgendwo eh verständlich: Vor dem Karriere-Reboot tritt die damals 25 jährige zwar noch mit Mando Diao auf, doch sollte bald ein kometenhafter Aufstieg in Superstar-Sphären für die ambitionierte Musikerin stattfinden.

Lana Del Rey - Lust for Life08. Lust for Life

Veröffentlichungsjahr: 2017
Co-Produzenten:  Rick Nowels, Kieron Menzies, Emile Haynie (etc.)
Spielzeit: 72 Minuten
Review: 7 / 10

I made my first 4 albums for me, but this one is for my fans and about where I hope we are all headed.
Tatsächlich führt Lust for Life Lana Del Rey jedoch das erste und bisher auch einzige Mal in ihrer Karriere in eine Sackgasse. Die bemüht am Zeitgeist ausgerichtete, neben Starboy The Weeknd auch Sean Ono Lennon, Stevie Nicks, Playboi Carti und ASAP Rocky auf die Gästeliste holende (und trendige Rap-Produzenten wie Boi-1da, Hector Delgado, Metro Boomin oder Jahaan Sweet als Produzenten engagierende) Anreicherung ihres  Signature Sounds mit Elementen des Hip Hop, Trap Pop und New Age Folk wirkt überladen und dazu so seltsam konstruiert wie unnatürlich.
Am tragischsten ist, dass dort, wo der Style über die Substanz geht, die Qualität des Songwritings markant abfällt. Außer dem im besten Sinne auf Autopilot triumphierenden Opener Love ragt subjektiv gesehen einzig Tomorrow Never Came wirklich bestechend aus der mäandernd-übersättigenden Masse dieser „retro sensibility with a futuristic flair“ hervor.
Sinnbildlich dafür gibt es kurz nach dem Release einen Rechtsstreit um Get Freeausgerechnet mit Radiohead wegen Creep!

Lana del Rey - Lana Del Ray07. Born to Die

Veröffentlichungsjahr: 2012
Produzent: Emile Haynie (etc.)
Spielzeit: 49 Minuten

2011 werden die selbst gedrehten Vintage-Videos zu Video Games und Blue Jeans zu viralen Sensationen. Und auch die nachfolgenden restlichen Singles (Summertime Sadness, National Anthem, Dark Paradise sowie der Titeltrack), des bereits über die Major-Vertriebe von Interscope und Polydor veröffentlichten Born to Die, werden absolute Hits. (Tatsächlich ist das weitestgehend als offizielles Lana Del Rey-Debütalbum wahrgenommene Werk Stand Ende 2025 die am längsten durchgehend in den Billboard 200 vertretene Platte einer weiblichen Künstlerin überhaupt.)
Mit ihrem aus der Zeit gefallenen Mix aus devotem Melodrama, majästetischen Arrangements, hymnisch schwelgenden Baroque Pop und einer immanenten Trip-Hop-Sehnsucht trifft Born to Die einen anachronistischen Nerv, findet Lana Del Rey nicht nur ihre ureigene Marke, sondern reizt diese auch (mit einer gewissen Vorhersehbarkeit) ideal für den Mainstream aus, ohne dabei nicht auch für den Indie-Markt Reize zu entwickeln.
Gut, das gefühlt allgegenwärtige Mountain-Sample hätte man nicht derart inflationär nutzen müssen und abseits der überragenden Aushängeschilder gibt es eine überschaubare Handvoll Filler auf der Platte. Doch die nachgereichte Paradise EP machte schon Sinn: Nach der hier auf ein Podest gehobenen Formel kann man süchtig werden!

Lana Del Rey - Chemtrails Over the Country Club06. Chemtrails Over the Country Club

Veröffentlichungsjahr: 2021
Co-Produzent(en): Jack Antonoff (etc.)
Spielzeit: 45 Minuten
Review: 8 / 10

Ihrem Konsens-Meisterstück folgend nimmt Lana der immens hohen Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit mit der Koop-Vollkatastrophe Don’t Call Me Angel sowie dem Spoken Word Album Violet Bent Backwards over the Grass nur bedingt den Wind aus den Segeln – spielt dafür dann aber mit dem angekündigten White Hot Forever die (wenngleich mit Nikki Lane, Weyes Blood und Zella Day auf der Gästeliste ein wenig weiter in den Folk, Country und Americana schielende, über die Wandlung von Yosemite als ästhetischer Maßstab nachvollziehbar werdende) schlüssige Fortsetzung zu Norman Fucking Rockwell! ein.
Obwohl Chemtrails over the Country Club mit kompakten 45 Minuten Spielzeit eines der am besten auf den Punkt gebrachten und stilistisch kohärentesten Alben in der Del Rey-Diskografie darstellt, verliert sich die Platte nach der fabelhaften ersten Hälfte – White Dress und der Titelsong haben ihren Best of-Platz als Instant-Klassiker fixiert! – im weiteren Verlauf auch ohne Ausfall oder störendes Element etwas zu sehr in der Gleichförmigkeit, kann das Interesse im Verlauf einfach nicht zwingend genug fesseln.
Dennoch: Gerade im Angesicht der (auch für Engpässe bei Vinyl-Produktionen sorgenden und den Release weiter verzögernden) Pandemie finden sich hier elf wohlige, heimelige Stücke, die mit hochqualitativer Konstanz unendlich angemehm begleiten.

Lana del Rey - Lana Del Ray05. Honeymoon

Veröffentlichungsjahr: 2015
Co-Produzent(en):  Rick Nowels, Kieron Menzies
Spielzeit: 65 Minuten
Review: 8 / 10 bzw. 16 / 50

Nachdem ihre bisherige Arbeiten „heavy and autobiographical“ waren, ist (das ursprünglich Music to Watch Boys To betitelte) Honeymoon surrealistischer veranlagt und von „late night Miles Davis drives“ sowie einer „muddy trap energy“ geprägt, wie die mittlerweile im sonnigen Kalifonien lebende und von ihrer Version eines Jazz-Albums („with majestic choruses, beautiful orchestrations, a type of 50s vibe with a bit of soft grunge“) träumende Lana Del Rey erzählt.
Während Sessions mit Mark Ronson ohne Früchte zu tragen im Sand verlaufen, bedeutet dies nach dem gittarenlastigeren Ultraviolence im Kern eine stilistische Rückkehr zu Born to Die – aber mit weicheren Beats, weitaus mehr Atmosphäre, und vor allem betörend schönen sinfonischen Arrangements. „I had more fun being playful with the production on this record than I did on some of the other ones“ sagt Lana und kreiert vom prägenden Titelsong-Opener weg über eine mit in Trance gleitende Stafette aus Ohrwürmern entschleunigte Szenen von filmischer Opulenz, die in ihrer selbstsicher schreitenden orchestralen Grandezza auch den Rahmen für einen Bond-Streifen von Fellini bilden könnten.

Lana Del Rey - Did You Know That There's a Tunnel Under Ocean Blvd04. Did You Know That There’s a Tunnel Under Ocean Blvd

Veröffentlichungsjahr: 2023
Co-Produzenten: Jack Antonoff, Drew Erickson, Zach Dawes (etc.)
Spielzeit: 78 Minuten
Review: 8 / 10 bzw. 19 / 50

Das geradezu existenzialistisch mit der Familie als zentrales Thema um die eigene Vergänglichkeit und Zukunftsperspektiven kreisende Did You Know That There’s a Tunnel Under Ocean Blvd ist über weite Strecken atemberaubend, es hätte ein weiteres Meisterstück werden können.
In Summe – auf eine andere Weise als Lust for Life, aber doch so ähnlich danebengehend – haben wir es jedoch mit einem ebenso unausgegorenen wie überladenen Clusterfuck der frustrierenden Schwankungsbreite zu tun – wegen unnötigem Ballasts (den beiden Interludes) sowie deplatzierten Irrtümern (zumindest Fishtail, Peppers).
Vor allem in seiner kohärenten, den Soul und Gospel touchierenden Eingangsphase hat das Sammelsurium aus spontan eingefangenen Ideen, die Drew Erickson entlang der Kollaborationen mit Jon Batiste, Bleachers, Father John Misty, Tommy Genesis, SYML und Riopy ausformuliert, bevor Jack Antonoff ihnen einen finalen Schliff verpasst, jedoch einige der besten Lana-Szenen überhaupt zu bieten.
Destilliert (bzw. optional gar erweitert) auf ein schlüssiges Album (und begleitet von einer EP?) wäre dem neunten Studioalbum der Platz auf dem Top 3-Treppchen in diesem Ranking jedenfalls sicher gewesen. Doch vielleicht passt diese Ziellosigkeit zu einer Phase im Leben von Grant, in der sie ihren eigenen Platz über die Beziehungen anderer definiert, und Fragen („Do you want children?/ Do you wanna marry me?„) zwangsläufig offen bleiben müßen, wenn man sie noch nicht dem richtigen Menschen stellen kann.
Rund eineinhalb Jahre nach dem Release der Platte sollte sie übrigens Jeremy Dufrene ehelichen.

Lana del Rey - Blue Bannisters03. Blue Banisters

Veröffentlichungsjahr: 2021
Co-Produzent(en): Zachary Dawes, Drew Erickson (etc.)
Spielzeit: 62 Minuten
Review: 7 / 10 bzw. 22 / 50

Als Reaktion auf Vorwürfe, dass sie kulturelle Aneignung praktiziere und die häusliche Gewalt glorifiziere, kappt Lana Del Rey ihre Social Media Kanäle und wirft das Album, das sie bereits als Rock Candy Sweet angekündigt hat (und das kurzzeitig wohl auch Arcadia heißt) praktisch in letzter Minute über den Haufen. Sie verändert die grundlegende Ästhetik sowie den Inhalt des Chemtrails Over the Country Club-Nachfolgers und nimmt zahlreiche alte Outtakes (von denen sie ja bis heute einen unerschöpflichen Fundus voller Juwelen besitzt!) neu auf: Thunder (sowie das auch schon für den Vorgänger angedachte, jedoch auch hier ein wenig aus dem subversiven Rahmen fallende) Dealer stammen aus Sessions für eine nicht zu Stande gekommene Kooperations-Platte mit den Last Shadow Puppets, derweil Cherry Blossom, Living Legend, Nectar of the Gods sowie If You Lie Down with Me ihre Wurzeln bei Ultraviolence haben.
Zwischen ihren Hunden Tex und Mex sitzend, tritt Lana so ohne Intimus Jack Antonoff ihren Kritikern betont zurückhaltend entgegen und versammelt eine verletzlich gehauchte Stafette aus introspektiven, reduzierten Balladen, die auf den ersten Blick geradezu unscheinbar wirken, sich jedoch hinter dem überragenden Einstieg mit Text Book und dem Titelstück heimlich, still und leise auf unspektakuläre Weise zu einem fulminanten Grower voller Sleeper Hits mausert.
Einzig das vollkommen deplatzierte uns schlichtweg unnötige Interlude – The Trio stört da den behaglichen Fluß.

Lana Del Rey - Norman Fucking Rockwell!02. Norman Fucking Rockwell!

Veröffentlichungsjahr: 2019
Co-Produzent(en): Jack Antonoff (etc.)
Spielzeit: 68 Minuten
Review: 9 / 10 bzw. 01 / 50

In seinen besten Momenten ist Bird World Norman Fucking Rockwell! nicht nur das beste Album des Jahres 2019, es ist ein zeitloses Meisterwerk: Lana Del Rey hat hier so viele Songs für die Ewigkeit geschrieben, wie auf keinem anderen ihrer Alben.
Allerdings liegt darin auch (und vorsicht – es folgt nun Jammern auf allerhöchstem Niveau!) das einzige Problem von Studioalbum Nummer 6 – bzw. der Grund, weswegen es nicht auf Platz 1 dieser Liste thront.
Vor allem das geniale Eröffnungs-Trio sowie das makellose Schluß-Quartett werfen zwangsläufig Schatten auf die weniger triumphalen Szenen der Platte, die Amplituden sorgen für ein relatives Gefälle. Soll heißen: Zwar könnte man höchstens auf das tolle Sublime-Cover Doin‘ Time verzichten, doch schlagen die Amplituden nach oben einfach derart eklatant aus, dass das tolle Mittelfeld zwangsläufig weniger atemberaubend wirken muss.
Dass Lana Del Rey und Jack Antonoff zusammengefunden haben, führt jedenfalls aus dem Stand heraus zu einer der besten Kooperationen der Pop-Geschichte. Das Duo flaniert mit einem Faible für den Soft und Classic Rock, die 70s und den Laurel Canyon, in milder Psychedelik durch balladeske, poetisch weitschweifende Songwriting-Monolithen, die keinen Hehl daraus machen, dass Lana vor der Albumproduktion mit Jonathan Wilson oder Cat Power gearbeitet, sowie von der Season of the Witch geträumt hat.
Ja, das ist einfach atemberaubend, beinahe makellos Auf Albumlänge gelang Grant aber fünf Jahre zuvor ein noch runderes Gesamtwerk.

Lana Del Rey - Ultraviolence01.  Ultraviolence

Veröffentlichungsjahr: 2014
Co-Produzent(en): Dan Auerbach (etc.)
Spielzeit: 51 Minuten
Review: 08 / 10 bzw. 13 / 50

Mit dem Kapitel Album hat Del Rey nach Born to Die eigentlich abgeschlossen – sie habe mit ihrem Major-Debüt schließlich bereits alles gesagt. Aber der Musikmarkt funktioniert vor rund einem Jahrzehnt eben noch anders, als heute.
Also vertreibt sich Grant die Zeit mit Coversongs (Chelsea Hotel #2 und Summer Wine) sowie Soundtrack-Beiträgen (dem ikonischen Young and Beautiful sowie Once Upon a Dream) und driftet eher ziellos durch Aufnahmen im Jahr 2013 und stellt den Nachfolger ihres Durchbruchswerks vermeintlich fertig.

Doch dann lernt sie in einem Club in New York City Dan Auerbach von den Black Keys kennen. Und aus spontan für 3 Tage veranschlagten Sessions werden letztendlich 2 (anderen Quellen nach: 6) Wochen, in denen (das von zahlreichen Outtakes gepflasterte) Ultraviolence mit einer Band im Rücken neu entsteht.
(Seitens des Labels war man dem Vernehmen nach übrigens nicht mit dem Ergebnis zufrieden und forcierte eine Zusammenarbeit mit „that Adele producer“. Als besagter Paul Epworth den Rough Mix von Ultraviolence jedoch fantastisch fand, und einfach nichts daran ändern wollte, gab man bei Universal doch grünes Licht).

Deutlicher dunkler, organischer und auf den Einsatz von Gitarren gerichtet schiebt das Duo die Del Rey-Trademarks in ein Vintage-Kaleidoskop aus Psychedelic Rock, Dream Pop und Slowcore,  der 70s-Vibe badet in einem fast jazzig verschwommenen Reverb. Atmosphärisch extrem dicht stehen elf kompositionell bestechende Nummern nebeneinander, die sich allesamt wie vergessene Klassiker anfühlen, die in verblichener Optik frisch und vital im kollektiven Bereitsein schwelgen.
Und es stimmt schon: Del Rey mag davor und danach tatsächlich noch herausragendere Ausnahmesongs geschrieben haben. Doch als Gesamtwerk bleibt Ultraviolence unerreicht: Runder und perfekter auf den Punkt gebracht war kein anderes ihrer Alben. Es gibt hier (im Gegensatz zu praktisch jedem anderen Diskografie-Eintrag) keinen Füller – jeder einzelne erhabene Moment in dem durch und durch stimmigen Fluss ist absolut essentiell.

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