Gold Pyramid – Gold Pyramid
Der bei Gold Pyramid auch weitestgehend für den Bass und die Synths verantwortlich zeichnende Schlagzeuger Evan Diprima (aktuell primär bei Moon Destroys aktiv, dereinst auch bei Royal Thunder) hat in The Sword-Boss John D. Cronise einen Bruder im Geiste gefunden.
Dennoch hat es länger gedauert, bis Gold Pyramid ihr erstes Studioalbum zusammenfügen konnten. Wobei die vor knapp zwei Jahren veröffentlichte erste Single Die Like a Champ nun nicht nur den Opener macht, sondern den stilistischen Weg des Projekts auch vorweggenommen hat: Auf dezente Keyboard-Schwaden gebettet spielen die beiden Amerikaner entspannten Heavy/ Southern Rock, der im getragenen Tempo eine zuversichtliche, optimistische erhebende Aufbruchstimmung hofiert.
Am anderen Ende der Platte rundet das Love and Rockets-Cover Holiday on the Moon diese Gangart nahtlos in den restlichen Kanon eingefügt ab – und hat zugegeben über die Gitarre kommuniziert auch die am nachhaltigsten hängen bleibende Melodie zu bieten, während das Songwriting der Fremdkompositionen auch kompletter wirkt, als das hauseigene Material von Gold Pyrqmid.
Davor wirkt die kurze Platte nämlich meist wie eine (sehr) gute Startrampe für wirklich starke Dinge, die aufgrund der so zwanglosen Mentalität des Duos jedoch einfach nicht passieren wollen.
Ein Eat the Moon groovt schließlich repetitiv am Highway-Blues dahin, zeigt seine Thin Lizzy-Sozialisierung und Stoner-Wurzeln so zurückgelehnt und cool unter der subtilen SciFi-Patina, wirkt jedoch eher wie das Jam-Grundgerüst für einen vollwertigen Song, während besonders auch das kurze Zwischenspiel A Hero’s Return in seinem aufnehmenden Galopp wie das Intro eines The Sword-Feldzugs anmutet.
Doch irgendwie paar das schon. Der Vibe stimmt, die nötigen Facetten sind da. Und Gold Pyramid geht gut runter, derweil man irgendwann gar nicht mehr unbedingt darauf wartet, dass das gewisse Etwas passiert. Gerade, wenn man sowieso/ immer noch ein Cronise-Jünger ist.
Das zweiteilige The Sky is Green / Skeleton taucht über 7 Minuten erst in der mäandernden Trance des kosmischen Ambient unter und schwelgt dann über die Americana-Prärie. It All Ends The Same poltert dahin und deutet mit weihevoller Anmut einen triumphalen Horizont an. Beast besticht im Kontrast aus einer The Cure-Postpunk-Ästhetik und Hardrock-Manierismen, derweil die „Uhuhuhhhs“ und Roboter-Chants im suchend wandernden Italian Stallion für zusätzliche Nuancen in der sonst rein instrumentalen Platte sorgen.
Runden wir bei der Bewertung also mit Fanbrille auf – und einigen uns darauf, dass Gold Pyramid aktuell noch eine (eigentlich gar nicht so speziell herausfordernde, sondern relativ reibungslos einladende) Liebhaber-Spielwiese ist (wovon auch die Limitierung der Schallplatten-Version auf gerade einmal 150 Stück zeugt), aber durchaus das Fundament liefert, um zu einem potenten Seitenarm der regulären Hauptbands von Cronise und Diprima zu werden.


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