Owls by Nature – The Forgotten and the Brave

von am 18. Oktober 2014 in Album

Owls by Nature – The Forgotten and the Brave

Hat man da noch Töne, wenn urwüchsige Holzfäller sich plötzlich anschicken, neben erdigem Folk-Rock noch eine Extraschippe Flower-Power mit ins Langspiel zu bringen?! Aber hallo, und das nicht zu knapp: Owls by Nature werden auf ihrem Zweitwerk nicht von Jägern zu Gejagten ihrer eigenen Vergangenheit, sondern beschreiten mutig – und zumeist auch erfolgreich – neue Wege

Anders als bei ihrem Debüt haben die Eulen somit den Vergleich mit Bruce Springsteen bzw. ihren Labelbuddies Arliss Nancy nur mehr selten nötig (‚Run‚ wäre so eine Nummer). Lieber schippern sie recht früh im Album mit ‚Oh Alberta‚, Flatpicking und Sus-Akkorden gemütlich in die Hoheitsgewässer von James Taylor oder Chris Robinson hinein. Mit umgeschnallter Lapsteel-Gitarre slidet dann wenig später ‚Honesty‚ Richtung zweite Albumhälfte, geradewegs dem Southern Rock der Allman Brothers Band  entgegen (‚Little Birds‚), bevor ‚Dancing Girl‚ dem Boss doch noch mal explizit Tribut zollt.

Man könnte diesem Konglomerat aus Edmonton, Alberta nun durchaus die Küstenregionen der USA als Heimathafen andichten. Dass ‚The Forgotten and the Brave‚ trotz dieser weiten Wege dennoch nicht wirklich zerfahren wirkt, ist den lyrischen Ergüssen von Ian McIntosh, welche auf Schritt und Tritt den Bogen hin zum kühlen und rauhen Klima Kanadas spannen, zu verdanken. Getreu dem Motto: „Nur wer fortgeht, kann auch wieder nach Hause kommen“, fügen sich also textlich vor allem in den Balladen sehr persönliche und düstere Momente des Sängers in den ansonsten eher an der Sonne Kaliforniens orientierten musikalischen Grundtenor ein.

Dieses konstante Licht- und Schattenspiel macht neben der rustikal-charmanten Produktion bei Owls by Nature anno 2014 auch einen Gutteil des Reizes aus. Kam ‚Everything is Hunted‚ noch allzu beliebig und ohne Zug daher, ist das Bestreben, nun auch auf Tonträger qualitativ mit der unwiderstehlichen Live-Performance mitzuhalten, deutlich zu spüren. Auch wenn der ganz große Überhit ausbleibt: Rundum gelungen!

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