Primus – A Handful of Nuggs

von am 21. Mai 2026 in EP

Primus – A Handful of Nuggs

Mit ihrem neuen Drummer John „Hoffer“ Hoffman kommt offenbar langsam wieder Schwung in die Sache: A Handful of Nuggs bietet neben einem Live-Mitschnitt, einer Single aus dem Vorjahr sowie einem Koop-Cover auch den besten Primus-Song seit langer Zeit!

Kommen wir also, während Meister Les den Titel der EP und der anstehenden Tour gleichermaßen erklärt (“I bought me a gold mine up in the mountains. It’s an old hydraulic mine, and I’ve been going up there to explore it. My friends and my son and I dig holes and look for some nuggets. I’ve already found a handful of them. It’s a good ol’ time, getting dirty and hoping to not step on a rattlesnake or get eaten by a bear.”) gleich zum springenden Punkt – der da auf den Namen The Ol‘ Grizz hört und A Handful of Nuggs eröffnet.
Durch ein catchy Bass-Riff, das die unverkennbare Handschrift seines Urhebers trägt, holt die enorm funky daherkommende Nummer sofort ab, zündet treibend und schmissig – und endet auch derart kompakt. In der Mitte fasert das Szenario jedoch atmosphärischer experimentierend aus, pendelt zwischen marschierender Space-Andacht und hibbelig gelöstem Jam. So gelöst, motiviert und inspiriert war das mit Tim Alexander zuletzt – bei aller Liebe – kaum noch der Fall.

Stichwort Drummer: Neo-Drummer Hoffer muss sich vor seinem Vorgänger keinesfalls verstecken – technisch nicht, und die Chemie mit Claypool und Ler LaLonde stimmt augenscheinlich ebenso.
Was sich gut in der 2025er-Single Little Lord Fentanyl nachhören lässt. Auch wenn das trippige Stück mit seinen mehr üppig dösenden Hook samt der unverbindlichen Gefälligkeit den zum Dauergast im Primus-Universum gewordenen Puscifer-Kopf Maynard James Keenan auch mit einem knappen Jahr Abstand immer noch unterwältigend verschwendet.
Dennoch fühlt sich die restliche Hälfte der EP weniger essentiell an als diese beiden Studio-Originale.
Die Interpretation des unsterblichen Dio-Klassikers Holy Diver bleibt trotz markanter Bass-Signatur praktisch eine möglichst werktreue Darbietung des Ursprungs-Materials – alleine schon die Vocals von Clown-Crooner Michael Geier alias Puddles Pity Party wollen eine gewisse Deckungsgleichheit garantieren. Und das abschließe Duchess kommt dann eigentlich ziemlich wahllos daher, macht aber sehr viel Spaß und ist eine ideale Gelegenheit, um den Brown Album-Track nicht mehr unter Wert zu verkaufen.

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