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Das in Berlin (oder doch mal wieder in der Schweiz) angesiedelte mutinationale Kollektiv um Mastermind Robin Staps festigt seine Position an der Speerspitze des Post-Metal mit 'Pelagial' eindrucksvoll. Obwohl Genre-Spezifizierungen für The Ocean spätestens mit dem sechsten Album der Band, ihrem bisher stärksten Gesamtkunstwerk, obsolet geworden sind.
Rechtzeitig zum gemeinsamen UK-Tourauftakt veröffentlichen die Neo-Doomtitanen Conan aus Liverpool mit den apokalyptischen Reitern von Bongripper aus Chicago eine Split 12“ auf Holy Roar Records, die angesichts der immensen Erwartungshaltungen, die vom bisher makellosen Output der Parteien rühren, durchaus mit Spannung erwartet werden durfte.
Iggy und seine Stooges mögen aus künstlerischer Sicht längstens nicht mehr relevant oder gar innovativ sein - "Ready to die" sind der Mann mit der Lederhaut und seine Truppe aber alleine deswegen noch lange nicht, weil das lahmende Comebackalbum 'The Weirdness' von 2007 korrigiert werden will.
Wenn schon Hymnen im Ansatz, dann mit ordentlich vielen Stöcken zwischen den Beinen: Käfer K beißen, zwicken und kratzen sich in zweiten Anlauf nochmal eine ganze Ecke näher ran an die erste Riege von allem, was auf Deutch (post)punkt, kantig rockt und Emotionen auskotzt.
Royal Headache, Bed Wettin' Bad Boys, Parquet Courts, ....- aus Australien rollt derzeit wieder einmal eine atemberaubende Welle junger Rock'n'Roll Bands an. Weil Total Control mit ihrem tollen Debütalbum 'Henge Beat' vielerorts zwischen den Hypes durch den Raster gefallen sind, compilieren die fünf verdienten No Wave-Rocker ihre Anfangsphase für Neuankömmlinge.
"The Shape of Jazz to Come"? Vermutlich eher nicht. Denn wie sollen andere Musiker derartiges nachahmen, wenn sich Normalsterbliche nicht einmal ansatzweise ausmalen können, wie der vielbeschäftigte Colin Stetson die unfassbaren Songs seiner Solokarriere überhaupt komponieren konnte.
Mittlerweile gefühltermaßen eher die Regel als die Ausnahme: der schier unüberblickbaren Schwemme an Veröffentlichungen zum alljährlichen Record Store Day begegnen einige Plattenläden bereits eingangs mit unverschämten Preisen, die finanziell zumeist freche Weiterverwertung via Ebay, Discogs und Co. ist dann der zusätzliche Faustschlag für Fanherzen und Brieftaschen. Hinter diesem fahlen Beigeschmack gab es aber auch dieses Jahr wieder zahlreiche Must-Haves, obskure Sammlerstücke und verzichtbare Veröffentlichungen zu ergattern. Der Record Store Day 2013 in augewählten Kurzbetrachtungen:
Das satanistische Geschwisterpaar Lemouchi hat sich bekanntlich vom okkulten Heavy Rock verabschiedet. Ihren Thron werden The Devil's Blood eventuell posthum mit 'III: Tabula Rasa Or Death And The Seven Pillars' verteidigen, zumindest bis dahin schicken sich Ghost - aus rechtlichen Gründen mittlerweile Ghost B.C. (der Zusatz funktioniert immer) - rechtzeitig an, diesen einzunehmen. Was der ambitionierten Pausenunterhaltung 'Infestissumam' wenn schon nicht in künstlerischer, dann zumindest in kommerzieller Hinsicht durchaus gelingen könnte.
Tatsächlich zügellos sind nur wenige Momente des sorgsam inszenierten Tourauftritts der Eels - aber zum Schluss ist das Orpheum ein beinahe Flaming Lips-würdiges Tollhaus mit tanzendem Schimpansen-Mädchen, grimmigen Türsteher Clown und einer haltlos schauspielernden aufspielenden Rockband in der Hauptrolle.
Motorpsycho wissen dass sie das zwischen Klassik, Jazz und Progrock brillierende Monstrum 'The Death Defying Unicorn' nicht so schnell übertrumpfen werden können und schalten deswegen mit Griff in die Schublade einen Gang zurück. Dort finden sie mit namhafter Unterstützung an der zweiten Gitarre verloren geglaubte Popmomente in ihrem unfehlbaren, ureigenen Motorpsycho-Rock.









![Eels, Nicole Atkins [19.04.2013 Orpheum, Graz] Eels, Nicole Atkins [19.04.2013 Orpheum, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/04/Eels-Live-1.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)
