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Wenn es eine der größten Sorgen des weißen Albums von Weezer ist, dass es den bisher genormten 7 Jahres-Abstand zum jeweiligen unbetitelten Farbvorgänger nicht einhalten konnte, muss das bedeuten, dass das Formtief von Rivers Cuomo endgültig durchtaucht ist: 10 cheesy-schmissige Ohrwürmer in knackigen 35 Minuten stellen als gelungenes Amalgam zwischen 90er Stärken und 2000er-Absichten den gewohnten Hit-Standard wieder her.
Brian Fallon befreit sein nostalgisches Heartland Rock-Songwriting auf 'Painkillers' von jedwedem spannungsgeladenen Punk-Spirit und macht auf seinem ersten Soloalbum insofern dort weiter, wo sich bereits die letzten The Gaslight Anthem-Alben in einer gefälligen Belanglosigkeit verlaufen haben - und dennoch endlich wieder mehr richtig als falsch.
Das Prinzip der gleichzeitig abzuspielende Tonträgerveröffentlichung kennt man nicht erst seit Neurosis (als Tribes of Neurot begleiteten sie mit '[amazon_link id="B00000JJ2D" target="_blank" ]Grace[/amazon_link]' das hauseigene Meisterwerk '[amazon_link id="B002OHB2OA" target="_blank" ]Times of Grace[/amazon_link]') oder den Flaming Lips ('Zaireeka') - auch die Alleskönner von Boris selbst haben derartiges mit '[amazon_link id="B00AQJ4PKG" target="_blank" ]Dronevil[/amazon_link]' bereits 2005 abgehakt. Elf Jahre später denkt das japanische Trio diesen Ansatz deswegen auch gleich als Gemeinschaftsprojekt mit ihrem Merzbro, dem geistesverwandten Elektro-Terroristen Merzbow weiter.
Knapp 40 Jahre nach The Idiot und Lust for Life dreht Iggy Pop unter dem revitalisierenden Einfluss von Josh Homme eine Ehrenrunde, die ihm erstmals in seiner Karriere bedingungslos die Gunst des Zeitgeistes zuzusichern scheint: Obwohl vor allem bis über beide Ohren im unverkennbaren Queens of The Stone Age-Sound verankert, schöpft das chamäleonhafte 'Post Pop Depression' sekundär auch typische Songwriting-Anlehnungen an David Bowie ab.
Pimp-Pimp, Hooray! Wenn LeBron James darum bittet, präsentiert sich der aktuelle wohl beste Rapper der Welt in Spendierlaune und versammelt auf untitled unmastered. hinter programmatisch rohem Artwork acht fulminante Studio-Demos, die es aus etwaigen Gründen nicht auf To Pimp a Butterfly geschafft haben.
Veröffentlichungen aus dem Nachlass von Jeff Buckley bleiben (wie bei derartigen Archivaufnahmen üblich) eine zwiespältige Angelegenheit. Und doch rechtfertigt 'You and I' sein Erscheinen spätestens dann, wenn das abschließende, eventuell etwas zu exaltiert zelebrierte The Smiths-Cover 'I Know it's Over' in all seiner intimen Schönheit mit dickem Kloß im Hals entlässt: "Oh Mother, I can feel the soil falling over my head/See, the sea wants to take me".
Drei Australier mögen nett-schnoddrigen Früh-90er-Britpop spielen, doch das macht aus Newtown noch lange nicht das neue Manchester und aus DMA's keine legitimen Oasis-Erben. Tatsächlich muss man sich anhand von 'Hills End' sogar ziemlich über den medial strapazierten Vergleich mit der Gallagher-Institution wundern - sind die Stärken von Tommy O'Dell, Matt Mason und Johnny Took doch bei anderen Vorbildern verwurzelt.
So lange sich Holy Esque nach den ersten vielversprechenden Veröffentlichungen 2012 mit ihrem Debütalbum auch Zeit gelassen haben mögen: Pathosschwer in die Breite gezogenen Indierock beherrschen die Schotten anstandslos.
Alleine die so liebgewonnene Vertrautheit im unverkennbaren Sound lässt zu You Know Who You Are ohne jede Kennenlernphase eine zeitlose Verbundenheit entstehen. Dennoch ist das siebente Studioalbum wohl auch der endgültige Knackpunkt im Schaffen der offiziell zum Quartett aufgestockten Nada Surf, an dem man sich am so wunderbar fürsorglichen wie routinierten Indierock der Band schlichtweg ein klein bisschen satt gehört haben kann.
Das spektakulärste an dieser eine annähernd 5 Jahre dauernde Studioauszeit beendenden Comeback-EP ist gar nicht die Tatsache, dass Massive Attack tatsächlich erstmals seit 1994 wieder gemeinsame Sache mit Tricky machen - sondern schlichtweg die Qualität der vier aufgefahrenen Songs!










