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Der Interims-Schnellschuss Pacific Daydream lässt sich letztendlich zwar besser verdauen als erwartet, erteilt jedoch ungeachtet dessen eine bittere Lektion: Ungeachtet des unlängst praktizierten Formhochs bleiben neue Weezer-Platten hinsichtlich ihrer qualitativen Schwankungsbreite also weiterhin ein unberechenbares Roulette.
Selten zuvor hätte sich ein Album aufgrund seiner Veranlagung und Institution derart wortwörtlich der Klassifizierung Funeral Doom angeboten wie Mirror Reaper. Doch Bell Witch ziehen ihr zutiefst melancholisches Requiem aus dem heavy walzenden Metal immer weiter in sphärisch trauernde Ambientwelten voll stiller Agonie.
Während Rostam Batmanglij seit seinem Ausstieg bei Vampire Weekend einer scheinbar grenzenlos vielversprechenden Zukunft als Produzent (etwa für Haim oder Frank Ocean) und Kooperationspartner (vor allem mit Hamilton Leithauser) entgegenblickt, nutzt er sein Solodebüt Half-Light vor allem für eine Aufarbeitung der Vergangenheit.
Destroyer Dan Bejar folgt auf (dem je nach Zählweise wohl elften Studioalbum) Ken gewissermaßen den kanadischen Landsmännern von Timbre Timbre und ihrer retrofuturistischen Postkarte Sincerely, Future Pollution in eine alternative Realität der späten 80er.
Der verträumte Soundtrack für nebelverhangene Tanzflächen in postapokalyptischen Industrial-Fabrikshallen: The Horrors adaptieren ihren sphärischen Synthpop mit V ein weiteres Mal.
Archy Marshalls Rückkehr als King Krule bringt nicht nur den grandiosen 2013er-Einstand 6 Feet Beneath the Moon mit dem multimedialen Experiment A New Place 2 Drown zusammen, sondern lässt das originäre Stilamalgam des 23 Jährigen im jazzig-experimentellen Rap-Twang-Zwielicht von The OOZ mit futuristischer Alterlosigkeit weiterwachsen.
Im zurückliegenden halben Jahrzehnt waren Converge primär mit einer gewissen Vergangenheitsaufarbeitung beschäftigt: Neben Vinyl-Neuauflagen des Backkatalogs lag der Fokus der unermüdlich tourenden Band aus Massachusetts etwa auf der Veröffentlichung von You Fail Me (Redux), dem Abschluss des schier endlos in der Pipeline geköchelt habenden Tour-Monuments A Thousand Miles Between Us, sowie der Jane Doe-Live-Rekapitulation Jane Live.
As You Were ist nach dem unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung durchplätschernden Ende von Beady Eye natürlich nicht das prolongierte Meisterwerk geworden, das Liam Gallagher selbst standesgemäß in seinem späten Solodebüt hört.
The Killers haben ihre Lehren aus dem tollen Brandon Flowers-Sologang The Desired Effect gezogen: Wenn schon schlechter Geschmack, dann aber richtig - das Songwriting muss den selbstbewussten Kitsch eben doch irgendwie stemmen können. Das immer wieder über das Ziel hinausschießende Wonderful Wonderful schafft insofern vieles, was bei dem grottig-egalen Vorgänger Battle Born noch in die Hose ging.
Ob die Menschenfeind-Ästheten Celeste mit dem gewohnt bitterbösen Infidèle(s) tatsächlich ihr bisher abwechslungsreichstes Werk aufgenommen haben, darüber darf man ebenso diskutieren, wie über die Frage, ob die Franzosen auf ihrem fünften Studioalbum nicht vielleicht sogar eher grundsätzlich noch aggressiver als bisher klingen.










