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Amber Webber und Josh Wells sind 2018 bei Black Mountain ausgestiegen und machen ihre bisherige Teilzeitspielwiese Lightning Dust mit Spectre nun zum Vollzeitprojekt. Das wirft einige unangenehme Wahrheiten auf - und skizziert vorerst Großes.
Was für ein Line-Up: Die Szene-Schwergewichter Deafheaven, Touché Amoré und Portrayal of Guilt zeigen in der Arena, dass die ambivalent scheinende Schnittmenge aus hymnischem Blackgaze, Melodic Hardcore und unberechenbarem Tretmienen-Screamo doch zu einem stimmigen Ganzen führt.
A.L.N. bleibt der vielleicht ganzheitlich agierendste Alchimist am Thron aus Black Metal, Drone und Doom, der selbst in der bereits ohnedies so imposanten Geschichte von מזמור aka Mizmor seine vermeintlich gegensätzlichen Pole noch nie derart formvollendet als kohärente Einheit verschmolzen hat, wie auf Cairn.
Elder arbeiten bereits am Nachfolger zu Lore (2015) und Reflections of a Floating World (2017), legen jedoch erst einmal eine Verschnaufpause ein: The Gold & Silver Sessions ist “an experimental EP of ranging psychedelic jams" - zurückgelehnter Progressive Rock, der zum psychedelischen Folk und Krautrock flaniert.
Man findet vielleicht wegen des atemberaubenden Artworks des Mirror Reaper (2017)-Urhebers Mariusz Lewandowski zu Portent - bleiben wird man jedoch wegen der mitunter überwältigendsten Black Metal-Revue des Jahres.
„As many of you probably know by now, Pallbearer has always been very “album-oriented” — when we are writing music, it’s often with the big picture in mind. However, we also thoroughly enjoy the opportunity to release pieces that might not necessarily fit into a larger album“ klären die Doom-Meister kurz nach Abschluss ihres weltweiten Deals mit Nuclear Blast - und legen in Form von Atlantis einen auf 1000 Vinyl-Exemplare limitierten Beitrag für die wiederbelebte Sub Pop-Singles-Serie vor.
Full of Hell haben sich spätestens 2017 mit Trumpeting Ecstasy endlich in ihre eigene Liga katapultiert. Da macht es natürlich Sinn, dem etablierten Erfolgsrezept mit Weeping Choir ein adäquates Update zu verpassen.
Australien hat als gefühltes Epizentrum des Caverncore ohnedies kein Problem an richtig potenten Blackened Death Doom Bands. Mit Charnel Altar positionieren sich diesbezüglich trotzdem schon wieder neue Trumpfasse.
Zur finalen Schlacht im Lied aus Feuer und Eis schließen sich nun auch über ein Dutzend an namhaften Musikern an. Das auslaufende Franchise Game of Thrones soll mit der Compilation For the Throne noch einmal ergiebig gemolken werden.
Mag Nick Waterhouse sein mittlerweile viertes Studioalbum auch nach sich selbst benennen, macht dies die Handschrift des eklektischen Anachronismus dahinter freilich nicht unbedingt charakteristisch eigenständiger.


![Deafheaven, Touché Amoré, Portrayal of Guilt [20.09.2019: Arena, Wien] Deafheaven, Touché Amoré, Portrayal of Guilt [20.09.2019: Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2019/09/DS4A8005-e1569170789467.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)







