Charnel Altar – Demo

von am 8. Mai 2019 in EP

Charnel Altar – Demo

Australien hat als gefühltes Epizentrum des Caverncore ohnedies kein Problem an richtig potenten Blackened Death Doom Bands. Mit Charnel Altar positionieren sich diesbezüglich trotzdem schon wieder neue Trumpfasse.

Wobei sich das Trio aus Adelaide nicht aus Neulingen zusammensetzt. „We all used to play in a death doom band called Tombsealer, in which we released a couple of EPs and a split“ diktierten VO, DM und DB dem Decibel Magazine.
„As we were about to embark on an Australian tour (…) a curse hit and everything slowly fell apart. We played a couple final shows (…) and ended it after that. After about half a year the urges set in and we got back together jamming, albeit in a reduced format. This time though we focused on creating something far heavier and suffocating through the unique Antipodean death and black metal lens.

Durch diese Doom Death-Linse verweisen Charnel Altar auf Bands wie Spectral Voice, nennen mit typisch australischer Prägung explizit „the likes of Vassafor, Grave Upheaval, Temple Nightside, Vesicant, Impetuous Ritual, Heresiarch and the infamous Aethyrvorous demo“ als Einflüsse, dass sie bereits als Opener für Incantation, Primitive Man, oder Faceless Burial spielten macht ebenso Sinn.
Diesen unsauberen Live-Aspekt soll die erste Demo der Band widerspiegeln: „The songs were written with the live environment in mind, instead of thinking about how they would sound recorded. Our goal for live shows is to be loud and overwhelming, with churning riffs and total death. Fuck click tracks.Charnel Altar klingen folgerichtig immens unmittelbar, finster und böse, barbarisch und archaisch, roh und verstörend. Im Idealfall so dreckig röchelnd und roh gar, als würden sie dem Erkern das Herz aus dem Leib reißen oder tektonischen Verschiebungen die Haut vom Leib ziehen wollen. Ambitionen, denen die Australier zumindest nahekommen.

Caverns of Hypogeum rumort dabei bereits so flächig, dass der Bass und die planierten Ahnungen von Riffs in einer ätzenden Morast verschwimmen, die stoischen Drums mit Zeitlupen-Groove unerbittlich darüber bollern. Irgendwo im Sumpf begraben growlt und brüllt die duale Spitze an den Vocals martialisch kotzend. Ansätze von Melodien schälen sich in der hypnotisch dichten Atmosphäre kaum hervor, bevor die Band das Tempo anzieht und galoppiert, schleppt und malträtiert, brodelt und tackert, dabei aber immer dem drückend rauschenden Sound verpflichtet bleibt, und ein in sich selbst ersaufendes Meer der Finsterniss beschwört.
Universal Supplication hämmert aggressiver, attackiert Thrash-Spannungselemente, rückt das Schlagzeug prägnanter nach vorne und verleiht dem Sound dadurch eine packendere Physis. Acephalic Worms kehrt dagegen die schäbige Dissonanz unter den Blastbeats hervor, erbricht später sogar eine beängstigende Dramatik, bevor Necrotic Vaults das Tempo beinahe bis in den würgenden Funeral Doom ausbremst, fast zum Stillstand kommt und die Gitarren malträtiert, als wären sie mit Stacheldraht bespannt – bevor ein hirnwütiges Inferno losbricht, das sich gefühlt immer bestialischer intensiviert.
Es ist dann gerade auch diese Unberechenbarkeit und dynamische Bandbreite, die Charnel Altar bereits im Demo-Stadion spannender als einen Gutteil der arrivierten Stil-Konkurrenz und Nachbarschaft macht: Hier passiert auch ohne restlose Originalität tatsächlich ausbalanciertes Songwriting, nicht nur reverbschwangere Drone-Stimmungsmalerei als immaginative Nabelschau. Also unbedingt vormerken: Ein Debütalbum soll bereits in Arbeit sein!

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