Suche nach: full of hell
Laut, lauter, Swans: mit welch erschütternden Intensität Michael Gira und seine Band die Arena zum Beben bringen, ist außerkörperlicher Trip und physische Grenzerfahrung gleichermaßen. Dass Pharmakon davor bereits ein spezielles Irrsinnsspektakel der Extraklasse abzieht, gerät da beinahe in den Hintergrund.
Mit der kürzesten Pause zwischen zwei Alben seit annähernd 30 Jahren und nur knappe 32 Monate nach 'Old Ideas' beschenkt Leonard Cohen seine Anhängerschaft pünktlich zum eigenen 80. Geburtstag mit der neuerlichen Erkenntnis, dass der kanadische Poet weiterhin sich selbst der würdigste Nachlassverwalter bleibt.
Den Entwicklungsschritt, den This Will Destroy You zwischen ihrem selbstbetitelten, nach allen Regeln der Genrekunst spielenden Debüt, und dem abgeschotteten "Doomgaze" des bisweilen regerecht hoffnungslos in sich gekehrten 'Tunnel Blanket' mutmaßlich übersprungen zu haben schienen, holt das Quartett aus Texas nun nicht nur nach - es fächert beim Zurückrudern seinen Postrock gleichzeitig abermals um Nuancen weiter auf.
"Are you a pusher/ Or are you a puller?" fragen alt-J vor perlenden Lagerfeuer-Akustikgitarren und schmiegen sich abseits des Momentums in Samthandschuhe: "I pull the weight towards me". Dabei positionieren sich die nunmehr als Trio firmierenden Mercury Prize-träger mit dem Nachfolger ihres Sensationsdebüt vor allem als Drifter, die auf 'This is All Yours' mit geschlossenen Augen durch ihre schlauen Indie-Konstruktionen schweben.
Ein Schritt zurück, zwei nach vorne: Earth entfernen sich vom Cello-schwangeren Folk-Hypnotismus der 'Angels of Darkness, Demons of Light'-Phase und heben den bedrohlich glimmernden Americana-Doom ihrer Comebackplatte 'Hex; Or Printing in the Infernal Method' mit einer Handvoll Gästen auf eine neue Ebene.
Auch wenn die in Brooklyn beheimateten Whatever-Rocker es mit ihrer slackerhafter Ausstrahlung und schnoddrig-schief aus den Ärmeln geschüttelten Songs gut kaschieren: Parquet Courts werden auf 'Sunbathing Animal' tatsächlich erwachsen(er).
Weil Alec Ounsworth auch mit 'Only Run' die einst aufgebrummte Bürde als medial ausgerufener Nachlassverwalter der Talking Heads nicht mehr stemmen kann, schickt ausgerechnet Kanadas Experte für Postrock, Constellation Records, eine ihren Postpunk zwischen allen Stühlen platzierendes Quartett um den exaltierten Sänger Tim Beeler ins Rennen.
Jack White veröffentlicht "the world's fastest-released record", Chuck D preist als offizieller Botschafter die Vorzüge lokaler Plattenläden während Ebay und Discogs nachwirkend wie gewohnt zum nimmermüden Geldgrab werden: auch am Record Store Day 2014 war wieder so einiges los. Exklusive Schätze reihen sich da an ernüchternde Enttäuschungen oder wenig notwendige Wiederveröffentlichungen an spannende Kollaborationsexperimente. Wie im letzten Jahr folgt an dieser Stelle der versuch sich durch das Dickicht an erwähnenswerten Releases zu kämpfen.
3x3 Reviews im Kompaktformat: All diese Gewalt! - 'Kein Punkt wird mehr fixiert' | The Afghan Whigs - 'Do to the Beast' | Amen Dunes - 'Love' | The Body - 'I Shall Die Here' | The Hold Steady - Teeth Dreams | Koen Holtkamp - 'Motion' | Mauracher - 'Let's Communicate' |Linda Perhacs - 'The Soul of All Natural Things' | St. Vincent - 'St. Vincent' |
Das Harlemer Hip-Hop-Trio Ratking inszeniert sich auf seinem Debütalbum als Bande futuristischer Soundtüftler mit den richtigen Vorbildern.

![Swans, Pharmakon [17.10.2014: Arena, Wien] Swans, Pharmakon [17.10.2014: Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2014/10/Swans-Live-2-e1413643291977.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)








