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Rund dreieinhalb Jahrzehnte nach der Bandgründung ist die Release-Frequenz von Tortoise-Alben fast auf zweistellige Jahres-Intervalle gesunken. Eine der mit diesem Umstand einhergehend rarer werdenden Chancen, die Band gerade in Europa live erleben zu dürfen, sollte man sich insofern nicht entgehen lassen.
Nach der Verleugnungsphase White Roses, My God und der Trauer-Akzeptanz mit Trampled Bay Turtles in Form eines gerne übersehenen Meisterwerks, markiert die Mini-EP Alan Sparhawk Solo Band nach dem Loslassen von Low gewissermaßen das Weitermachen in einem (von politischer Dunkelheit überschatteten) Leben nach Mimi Parker.
Die stille Zeit des Jahres ist praktisch vorbei - also gilt es nun, nochmal ganz objektiv auf die 50 besten Alben von 2025 zurückzublicken, während schon die ersten vielversprechenden Platten von 2026 auf dem Radar aufgetaucht sind. Den Anfang machen die Plätze 20 bis 11.
Gleich vorab: Natürlich hätten sich alleine schon vor allem Bull Nakano und xWeaponx an dieser Stelle eine Positionierung für ihre herausragenden Kurzformate verdient gehabt. Weil nominelle Demos bei der alljährlichen EP-Liste aber (zugegeben mal mehr, mal weniger konsequent) ausgeklammert werden, bleiben diese beiden Schmuckstücke an dieser Stelle jedoch im Filter stecken.
Mit Chrome Jets veröffentlicht Billy Corgan das seit vergangenem Jahr angeteaserte Überbleibsel aus dem sehr soliden Aghori Mhori Mei - im Verbund mit einem Zoo Station-Cover natürlich wahlweise teuer oder schweineteuer via Madame Zuzu vertrieben.
Nach ihrem selbstbetitelten Debüt 2024 machen Blake Francis Bickel (Guitar, Vocals) und Drummer Garrett Michael Yates auf dem zweiten Bronson Arm-Album Casket Schwagg alles nochmal um das Quäntchen besser, weil kompletter und selbstsicherer, direkter und aggressiver.
| HM | EPs | 50 – 41 | 40 – 31 | 30 – 21 | 20 – 11 | 10 – 01 | [mehr…]
Wie jedes Jahr stellt sich die Frage, ob zumindest eine Handvoll der tollen Alben, die es aus unterschiedlichen Gründen nicht in die regulären Top 50 geschafft haben, einfach unter den Tisch fallen sollen, nicht: Für ein kleines bisschen des verdienten Spotlights sind die Honorable Mentions da. Auch wenn die heuer aus allen Nähten platzen, weil die Lage 2024 insofern besonders präkerer war, da der Schwall an herausragenden Veröffentlichungen selbst im Dezember nicht abreißen wollte.
Überraschend geschmackvoll: Der Youtube/Twitch-Streamer Jonathan Schlatter alias jschlatt macht (einmal mehr) einen auf Frank Sinatra und hat für A Very 1999 Christmas acht Weihnachts-Standards im Vocal Jazz-Style mit subtil (von Tom Scott) arrangiertem Bigband-Flair aufgenommen.
Der mittlerweile in Kanada ansässige Andrew Nolan fokussiert sich ganz auf seine deklarierten Lehrlinge Full of Hell, kann den Ocean City-Grindern auf Scraping the Divine aber keine neuen Tricks beibringen.

![Tortoise, Bitchin Bajas [14.04.2026: Orpheum, Graz] Tortoise, Bitchin Bajas [14.04.2026: Orpheum, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2026/04/IMG_4545-1.jpeg?resize=205%2C205&ssl=1)







