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Die Luft am Easycore Olymp wurde in den vergangenen Jahren zusehends dünner. Zum einem lag es an der Tatsache, dass den Fans der Mix aus poppig-gefälligen Sound mit Hardcore-Gebolze nicht mehr so recht schmecken wollte, das Genre war irgendwie blutleer (sofern es jemals anders war).
Auch die Panem-Filmreihe setzt auf das gängige Schema fetten Hollywoodblockbustern einen prestigeträchtigen Soundtrack zur Seite zu Stellen - und fährt im zweiten Anlauf mit einer Hinwendung zu zahlreichen Vertretern der oberen Indie- und Alternative Riege wieder gut damit.
"But I can’t say I haven’t aged/ I’ve outgrown what/ I used to be. I won’t fake what is expected to succeed with album three" schreit sich Jeremy Bolm die Kehle wund und die Seele aus dem Leib. Eine Platte wie der modernen Hardcoreklassiker 'Parting the Sea Between Brightness and Me' hinterlässt eben seine Spuren und will nicht bloß kopiert werden. Touchè Amorè zelebrieren auf ihrem Drittwerk deswegen Aufbruchgedanken und stemmen ein hoffnungsvolleres Album als man es der Band bisher zugetraut hätte.
Eigentlich sind Este, Danielle und Alana Haim mit ihrem lange herbeigehypten Debütalbum zu spät dran: mit einem knappen Dutzend an maßgeschneiderten Pop-Ohrwürmer hätte das der ideale Soundtrack für den Sommer 2013 sein können. Ob 'Days are Gone' sich jedoch bis zum nächsten halten können wird bleibt abzuwarten.
Aus der selbst auferlegten Pause nach dem guten 2010er Album 'Postcards of Young Man' kehren die Manic Street Preachers gleich mit zwei Platten zurück. Auf dem ersten davon zeigen die Waliser, dass vorausgeschickte Charakterisierungen wie "akustisch" und "zurückgenommen" in ihrem Kontext trotzdem jederzeit problemlos "groß", "ausladend" und "bedeutungsvoll" meinen können: näher ran ans kuschelige Lagerfeuer kommt das Trio mit ihrem Orchester-Pop kaum.
Auf dem ersten Nine Inch Nails Album seit 5 Jahren lässt sich im akribisch arrangierten Detail wohl tatsächlich erstmals so etwas wie leichter Optimismus im Klangkosmos des Trent Reznor ausmachen. Vor allem ist 'Hesitation Marks' neben nicht immer zündenden Weiterentwicklungsabsichten aber durch und durch business as usual.
Erst unlängst wurde für den Record Store Day 2013 der grandiose, im Jahr 2000 erstveröffentlichte Built to Spill-'Live'-Mittschnitt entstaubt. Freilich noch besser: sich knapp ein Jahrzehnt nach den Aufnahmen auch abseits des Tonträgers davon überzeugen zu können, dass die Amerikaner als eine der wichtigsten Indierock-Kombos aller Zeiten auch im 21. Bandjahr immer noch an der Spitze des Genres musizieren.
John Frusciante bleibt nach 'Letur-Lefr' und 'PBX Funicular Intaglio Zone' auch auf den abstrakten Songs von 'Outsides' elektro-fokussiert und chaotisch, vor allem aber so experimentell ausgerichtet, wie seit 'Niandra Lades and Usually Just a T-Shirt' nicht mehr. Trotzdem kehrt der 43 jährige zuallererst erst sein geschliffenes Gitarrenhändchen in die Auslage.
Der Ausnahmeregisseur David Lynch hat für seine Spätwerk bekanntlich die Berufung abseits der Kinoleinwand als Musiker gefunden. Zwei Jahre nach seinem überraschend wohlwollend aufgenommenen Debütalbum hat der 67 jährige auf dem Nachfolger zu 'Crazy Clown Time' absolut konkret ausformulierte Vorstellungen wie er klingen möchte. Gerade das stoische Festhalten an diesen Maximen ist dann Trumpf und Achillesferse von 'The Big Dream'.
So grundsätzlich ambitioniert und gelungen der Acoustic-Appendix von 'Empty Days & Sleepless Nights' auch war, so klaffte doch ein Graben zwischen der drangepappten Fokussierung auf in die Singer-Songwriter-Welt und dem Gesamtkontext. Knapp drei Jahre später ist das Schnee ohnedies von gestern: auf ihrem dritten Album konzentrieren sich Defeater über 35 Minuten nämlich fast ausschließlich auf ihre Stärken im aggressiven Hardcore.










