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Ein Busunglück im Rücken und die angekündigte Trennung vor Augen gerät der nachgeholte Wien-Stop der Farewell-Tour von The Dillinger Escape Plan zum Triumphzug, der die ohnedies hohen Erwartungshaltungen - auch dank zweier grandioser Vorbands - mühelos pulverisiert.
Mit A Walk with Love & Death gelingt den Sludge-Gründungsvätern nach knapp dreieinhalb Dekaden wieder einmal eine Premiere: Das erste Doppelalbum einer kompromisslosen Karriere vereint verspulten Soundtrack-Irrsinn (Life) mit klassischer Melvins-Handarbeit (Death).
Ihre ersten vier Studioalben habe sie ausnahmslos für sich selbst gemacht - während Lust for Life nun für ihre Fans entstanden sei, sagt Lana Del Rey. Und lächelt plötzlich nicht nur glückselig vom Plattencover.
Dear pilgert mit transzententaler Sicherheit durch avantgardistischen Doom-Hohheitsgebiete: Ausgerechnet mit ihrem angepeilten Farewell-Album zum 25. Jubiläum machen Boris endlich wieder explizit deutlich, wie unverzichtbar die Japano-Institution immer noch ist.
Vielleicht nicht der Soundtrack für alle Lebenslagen, aber mehr als nur ein Kopfkino-Aphrodisiakum vor dem Schäferstündchen: Cigarettes After Sex schmeicheln sich mit einem gleichförmig plätschernden und elegisch fließenden Ambient-Pop/Slowcore-Anästhetikum in verträumte Gehörgänge.
So produktiv der 38 Jährige auf all seinen Veröffentlichungsplattformen auch sein mag, war das Solodebüt Keep it Hid (abseits seiner Produzentenarbeiten) das letzte tatsächlich herausragende Album, das Dan Auerbach gelungen ist. Dessen Nachfolger Waiting on a Song könnte acht Jahre später als sein wahrscheinlich Bestes seit damals durchgehen - vermisst man nicht den Blues, zumindest ein bisschen Schmutz oder den Ansatz von jedweden Tiefgangs.
Lorde hat sich mit dem Nachfolger zu ihrem durch die Decke gehenden Debüt Pure Heroine Zeit gelassen und Hilfestellungen angenommen. Kluge Entscheidungen, um Melodrama an der Schnittstelle zwischen Moderne und Zeitlosigkeit reichhaltig wachsen zu lassen: Besser muss konsenstauglicher Mainstream-Pop im Jahr 2017 jedenfalls erst einmal werden.
Man kann mit Kanonen auf Spatzen schießen und dem Wendehals One More Light sicherlich vieles vorwerfen - eine mangelnde Anpassungsfähigkeit der Massenmarkbediener Linkin Park gehört freilich kaum dazu. Den Paradigmenwechsel in den seichten Hochglanz-Pop vollzieht das kalifornische Sextett schließlich ohne jedes Schamgefühl oder Berührungsängste.
Die knapp sechs verstrichenen Jahre seit Despond nutzt Horizonless weniger für zusätzliche Evolutionsschritte, als vielmehr für eine neuerliche Intensivkur mit mehr Facetten in der Perspektive. Das Niveau ihres überragenden Debütalbums können Loss damit dennoch nicht unbedingt toppen - mit nur einem Mindestmaß an Interesse für malträtierenden Funeral Doom führt 2017 allerdings kein Weg am Zweitwerk des Quartetts aus Nashville vorbei.
Wo es sich Ghost Bath auf dem Vorgänger Moonlover noch gleichmäßig zwischen getürktem Exotenbonus und Deafheaven-Ripoff bequem gemacht haben, entscheidet sich Starmourner aus dieser Ausgangslage geradezu überheblich dafür, über alle Ziele hinauszuschießen - und dennoch bei einer penetrant mediokren Pseudo-Black Metal-Beliebigkeit zu landen.

![The Dillinger Escape Plan, The Number Twelve Looks Like You, God Mother [13.08.2017: Szene, Wien] The Dillinger Escape Plan, The Number Twelve Looks Like You, God Mother [13.08.2017: Szene, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2017/08/The-Dillinger-Escape-Plan-Live-3-e1502715017154.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)








