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In Folge der Pandemie schienen Protomartyr vor der Auflösung zu stehen. Sechs kurze Jahre (und das gerne unter Wert verkaufte Formal Growth in the Desert als Zwischenspiel) später erfindet sich die Band für Hotel Usona mit Dave Fridmann nun jedoch kurzerhand ein gutes Stück weit neu.
Protomartyr und ein Luxus-Problem: Mit Formal Growth In The Desert hat die Band zwar wieder einen starken Grower von einem Album aufgenommen - der aber auch an der simplen Tatsache krankt, seine(n) Vorgänger nicht zu übertreffen.
Protomartyr haben mit Ultimate Success Today ein Konzeptalbum über die Abgründe des maroden US-Gesundheitssystems geschrieben, das gegebenenfalls auch gleich als eigene Abschiedsplatte herhalten kann. Spaßig ist das nicht, aber eventuell mal wieder besser denn je.
Gipfeltreffen des aktuellen Post-Punk auf der Achse Kanada-Amerika, limitiert auf 1000 Vinylexemplare: Preoccupations und Protomartyr nehmen sich auf Telemetry at Howe Bridge jeweils gegenseitig einen Song der baldigen Tourpartner vor.
Protomartyr sind nach der Consolation EP mit Kelley Deal wohl auf dem Kooperations-Trip: Gemeinsam mit den Tourbuddies von Spray Paint spielen sich die Detroiter unter dem Anagramm-Banner Irony Prompts A Party Rat im gegenseitigen Austausch die Bälle zu.
Protomartyr ruhen sich nicht auf den Lorbeeren ihres gefeierten 2017er-Viertwerks Relatives in Descent aus: Auf der Consolation EP wächst die Band dank Kelley Deal nicht zur neuen Formvollendung, aber doch wieder ein klein wenig über sich hinaus.
Als Klassenbeste der jüngeren Postpunk-Garde haben sich Protomartyr ja eigentlich bereits durch das fantastische The Agent Intellect positioniert. Mit Relatives in Descent wachsen sie insofern sogar noch einmal ein klein wenig weiter über sich hinaus.
Der Leitbild-Wechsel am Cover ist nicht nur symbolisch zu verstehen. Weniger, weil Protomartyr ihren unwiderstehlichen Postpunk gar zu sehr domestiziert hätten, als dass sie auf 'The Agent Intellect' ein paar Schichten mehr auftragen, die Konturen stärker ziehen und den Blick auf das Wesentliche schärfen.
Mit einem klug gewählten Release-Termin nur wenige Tage nach Silvester war dem Sprints-Debüt Letter to Self ohne große Konkurrenz ein gebührendes Maß an Aufmerksamkeit gewiss. All That Is Over veröffentlicht die Band aus Dublin dagegen selbstbewusst zu einer weitaus umkämpfteren Phase des Jahres.










