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Beinahe ein Jahrzehnt ist seit dem letzten regulären Daft Punk-Werk verstrichen. Kein Anlass für Ausblicke in die Zukunft der elektronischen Musik - vielmehr setzen sich die Disco-Roboter Thomas Bangalter
Guy-Manuel de Homem-Christo als chronistische Anbieter von zweckdienlich Spielwiesen in Szene.
Singer-Songwriter-Ausflüge sind für gestandene Punkrocker und Post-Hardcorler bekanntermaßen keine Seltenheit. Andrew Koji Shiraki alias Koji schlägt sich aber seit jeher lieber alleine mit Akustikgitarre bewaffnet gefühlvoll und intim durch seine rauh auftretende Nachbarschaft.
Der vielbeschäftigte Mikal Cronin zerbricht sich auch auf seinem zweiten Album den Kopf mit allgemeingültigen Existenzfragen und findet die Antworten darauf gleich selbst: in leichtfüßig rockenden Powerpop-Songs für einen unbeschwerten Sommer.
'Get Disowned' bietet genug Qualität, um sich nicht gar nicht lange darüber echauffieren zu müssen, dass über ein Jahr vergangen ist, seit diese kratzbürstige, schräge, wunderbare kleine Plattenperle ihr US-Release erlebt hat. Besagte Qualitäten liegen natürlich vor allem an Frontfrau Frances Quinlan.
"Quatschsongs" wie 'Freibad' hätten sie sich diesmal gespart, sagen Love A und sprechen von einem düstereren zweiten Album. So gravierend sind die Unterschiede zum umjubelten, zwei Jahre alten Debütwerk dann grundsätzlich nicht, dafür lässt sich problemlos behaupten: 'Irgendwie' ist das noch bessere 'Eigentlich' geworden.
Das vierte Studioalbum - das erste nicht in Eigenregie veröffentlichte - von Valerie June wandelt wieder auf der Achse Nashville, Memphis, New Orleans und sollte der 31 jährigen mit der markanten Frisur endlich die verdiente breitere Aufmerksamkeit im Zuneigungsbereich zwischen Blues und Country sichern. Mit- (und um nicht zu schreiben: haupt) verantwortlich dafür: Black Keys-Mann Dan Auerbach.
Wo andere Bands Platten mit doppelter Länge als EPs deklarieren drischt die Cave-In Nebenbaustelle Zozobra als drittes Album eine sludgehaltige Wutbombe aus dem Bauch, die kaum 15 Minuten braucht um Tod und Teufel in die Welt zu kotzen.
Royal Headache, Bed Wettin' Bad Boys, Parquet Courts, ....- aus Australien rollt derzeit wieder einmal eine atemberaubende Welle junger Rock'n'Roll Bands an. Weil Total Control mit ihrem tollen Debütalbum 'Henge Beat' vielerorts zwischen den Hypes durch den Raster gefallen sind, compilieren die fünf verdienten No Wave-Rocker ihre Anfangsphase für Neuankömmlinge.
Mittlerweile gefühltermaßen eher die Regel als die Ausnahme: der schier unüberblickbaren Schwemme an Veröffentlichungen zum alljährlichen Record Store Day begegnen einige Plattenläden bereits eingangs mit unverschämten Preisen, die finanziell zumeist freche Weiterverwertung via Ebay, Discogs und Co. ist dann der zusätzliche Faustschlag für Fanherzen und Brieftaschen. Hinter diesem fahlen Beigeschmack gab es aber auch dieses Jahr wieder zahlreiche Must-Haves, obskure Sammlerstücke und verzichtbare Veröffentlichungen zu ergattern. Der Record Store Day 2013 in augewählten Kurzbetrachtungen:
Das satanistische Geschwisterpaar Lemouchi hat sich bekanntlich vom okkulten Heavy Rock verabschiedet. Ihren Thron werden The Devil's Blood eventuell posthum mit 'III: Tabula Rasa Or Death And The Seven Pillars' verteidigen, zumindest bis dahin schicken sich Ghost - aus rechtlichen Gründen mittlerweile Ghost B.C. (der Zusatz funktioniert immer) - rechtzeitig an, diesen einzunehmen. Was der ambitionierten Pausenunterhaltung 'Infestissumam' wenn schon nicht in künstlerischer, dann zumindest in kommerzieller Hinsicht durchaus gelingen könnte.










