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Ihr selbstbetiteltes Debüt bleibt bis auf weiteres das einzig durchwegs essentielle Album von Wolfmother. Dennoch gelingt es Andrew Stockdale auf Victorious hinter der prolongierten Rückkehr zur alten Stärke erstmals seit Cosmic Egg wieder, schmissige und erinnerungssürdige Stücke für den Kanon der australischen Retrorocker zu schreiben.
Teeth of the Sea waren immer schon eine Band, die sich mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit außerhalb jeglicher Genre-Konventionen bewegt hat. Anhand der intensiven Versiertheit ihres vierten Studioalbums wachsen die Londoner aber endgültig über sich selbst hinaus: Der Schritt von sinistrer Elektronik ala The Haxan Cloak zur ambient-dunklen Unwirklichkeit des Killimajaro Darkjazz Ensemble vollführt 'Highly Deadly Black Tarantula' ebenso mühelos wie den Übergang von verstörenden Indutrial-Versatzstücken über verstörende Blade Runner-Soundscapes zu groovender Tanbarkeit und atmosphärisch verschweißten Postrock-Szenen. Am Ende steht damit ein in seiner Vielseitigkeit hypnotisierend in sich geschlossenes Klanggebilde - und eines der herausragendsten Alben 2015.
Jede Sekunde in den vier Jahren seit dem Vorgängeralbum 'Die Miserable' haben sich gelohnt - nicht nur, weil die kanadische Band um Topon Das die Wartezeit ohnedies mit zahlreichen Split-Veröffentlichungen und EP's verkürzt hat. Denn auch nach knappen zwanzig Jahren erlauben sich Fuck The Facts keine gemütliche Komfortzone oder Schongang und treiben ihren progressiven Grindcore auch auf 'Desire Will Rot' unermüdlich in unerwartete Richtungen, bleiben fordernd, gnadenlos - und damit eine unberechenbare Macht an der Speerspitze des Genres.
Thees Uhlmann reiht sich nun endlich in die Liste jener Musiker ein, die sich auch als Romanautoren versuchen. Ausnahmsweise geht es nicht um Musik, sondern vielmehr um den Tod, der plötzlich an der Tür klingelt. Die Leserinnen und Leser erwartet ein humoristischer Roadtrip, dessen Verfilmung sicher nur eine Frage der Zeit ist.
Den 5. November 2015 kann man als Mother Tongue-Fan guten Gewissens zu einem waschechten Feiertag ausrufen (oder aber zumindest mit dem Versuch einer Reihung ihrer besten Songs feiern): Zum ersten Mal seit über einem halben Jahrzehnt stehen Davo Gould, Christian Leibfried, Bryan Tulao und Sasha Popovic wieder gemeinsam auf der Bühne. Etwaigen Dokumentationen und euphorischen Besuchererichten nach dürfte sich trotz der langen Abwesenheit der Ausnahmeband wenig daran geändert haben, dass die Live-Auftritte des Quartetts immer noch eine schlichtweg atemberaubend magische Intensität entwickeln. Während die Hoffnung damit steigt, dass Mother Tongue in absehbarer Zukunft ihre Aktivitäten ja eventuell wieder stärker forcieren könnten, hat Bryan Tulao die Zeit gefunden, dem Heavy Pop Adventskalender einen unkonventionellen Spezialbesuch abzustatten.
Um den Sound von The Icarus Line zu verorten, kann man durchaus auf Referenzgrößen wie Swans, die Stooges oder Grinderman verweisen, dabei aber eben auch nicht umhinkommen anzumerken, dass sich keine andere Band da draußen tatsächlich anfühlt wie Joe Cardamone's Outlaw-Kombo: es ist diese beispiellose ekstatische, ungemütliche und gefährliche Aura, die bereits jedes bisherige Album der Kalifornier auszeichnete, auf 'All Things Under Heaven' mittels einer fiebrig-spontanen Unberechenbarkeit aber auf einen neuen Zenit getrieben wird.
Wer sich in den letzten Jahren auch nur ansatzweise ein bisschen mit der Grazer Punkszene beschäftigt hat, kam an den Old Runznickels nicht vorbei. Nicht nur, weil der Name so wunderbar ins Ohr geht, sondern vor allem weil ihr melodischer Punk samt Ska-Einflüssen zu überzeugen weiß. Nach der großartigen EP 'Decades Of Persistent Silence' 2013 haben die Jungs nun eine Split mit These Days Ruins aus Ulm am Start.
12 Jahre nach ihrem ersten Zusammentreffen mit den Japanern sind die Monumentalpostmetaller von The Ocean ausnahmsweise für eine Splitsingle zu haben: Eine Kooperation mit den Tourbuddies, Labelkollegen und Geistesverwandten der Postrock-Institution Mono passt aber eben auch einfach zu perfekt.
James Alex gibt nun auch auf Albumlänge den hedonistischen Peter Pan der Pennsylvania -Punkrockszene und dirigiert Beach Slang zu genau jenen 10 unscheinbar-sympathischen Ohrwürmern, die das EP-Konglomerat 'Broken Thrills' erst vor wenigen Monaten in Aussicht stellte.
Knappe 21 Jahre nach dem Tod der Grunge-Ikone (und 13 nach den veröffentlichten Tagebuchskizzen) erreicht die voyeuristische Leichenfledderei rund um den Nachlass von Nirvana-Frontmann Kurt Cobain mit dem aus jeder Perspektive unsäglichen 'Montage of Heck: The Home Recordings' einen neuen Tiefpunkt.










