Svalbard – If We Could Still Be Saved

von am 20. November 2025 in Single

Svalbard – If We Could Still Be Saved

Svalbard werden nach einigen Abschieds-Tourneen und -Shows im Jahr 2026 bekanntlich getrennte Wege gehen. Mit der wehmütigen Euphorie von If We Could Still Be Saved schickt die Band diesem Ereignis einen ergreifenden Single-Epitaph in der Form einer ohne Subtilität auskommenden Hymne vorweg.

Dass die Briten die Auflösung ihrer Band auch damit begründet haben, dass sie nicht auf jenem Plateau landen wollen, auf dem sich Musiker tummeln, die ihren kreativen Zenit zwar überschritten, sich dort aber mit uninspirierten Veröffentlichungen abgefunden haben – also eine Trennung mangels „kreativer Perspektiven“ -, kommt einem angesichts der hungrigen, motivierten Dynamik von If We Could Still Be Saved beinahe ein bisschen zynisch vor.
Svalbard verschieben ihren ohnedies nie puristisch auf ein einzelnes Ziel im Blackgaze, Post Hardcore oder Screamo festgelegten Sound durch  If We Could Still Be Saved nämlich so weit in den Metalcore, dass es sich als natürliche Evolution einer rundum tollen Diskografie durchaus wie der hymnische, himmelstrebende Aufbruch in eine neue Schaffensperiode anfühlt.

Serena Cherry sagt dazu: „Wir verbringen den Großteil unseres Lebens, ohne uns der Endlichkeit bewusst zu sein. Glückselig und ahnungslos, wann die gespielten Noten unsere letzten sein werden. Wenn wir dann das Ende von etwas absehen können, verzerrt das unsere Sicht. Wie eine Beerdigung, die man schon ein Jahr im Voraus im Kalender markiert hat. Die Dankbarkeit zeigt ihr verlegenes Gesicht und flüstert: ‚Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat.‘ Dies ist der letzte Song, den wir als Svalbard veröffentlichen. Er ist nicht nur voller Riffs, sondern auch voller Gefühl und reflektiert unsere 15 Jahre als Band. Er ist auch ein Abschiedsgeschenk an alle, die uns unterstützt haben.

Man nimmt es dankbar an, natürlich auch wehmütig – aber vor allem kann man sich dem griffig zupackenden Momentum kaum entziehen. Die Riffs werfen sich breitbeinig in Position, der Rhythmus treibt energisch und kraftvoll, die Hook wird emotional beschworen.
Die wenig kryptischen Texte schwingen sich im Chorus mit etwas dünner, heller Geste zum Klargesang auf („I will miss you everyday for the rest of my life/ The love will stay in the silence„) und natürlich ist es nicht nur hier zulässig, dass Svalbard, vor einer schöngeistig schwelgenden Geste als Pathos-Finale, auf dieser Ebene absolut sentimental werden, ohne falsche Hemmungen gar zum Kitsch für das verdiente Farewell neigen: „The love will stay in the silence/ The memories will last for a lifetime

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